IQ Netzwerk Niedersachsen - Newsletter 02/2017

 

 

Liebe interessierte Leserinnen und Leser,

hiermit erhalten Sie den zweiten Newsletter des IQ Netzwerkes Niedersachsen im Jahr 2017!

Wir wünschen allen viel Spaß beim Lesen!

Ihr IQ Team!

 


© IQ Netzwerk Niedersachsen, RKW Nord GmbH

23.03.2017

 

IQ im Gespräch"

"Lassen Sie uns offen und konstruktiv über Probleme auf dem Arbeitsmarkt diskutieren" Interview mit Frau Bärbel Höltzen-Schoh, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit. mehr

Interessantes rund um das IQ Netzwerk Niedersachsen

Zugewanderten Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern Fachtagung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und des IQ Netzwerkes Niedersachsen in Hannover. Am 23. Februar trafen sich Fachleute und Interessierte, um aktuelle und künftige Herausforderungen bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zu diskutieren. mehr

Neuer Film: "Du kommst von ganz weit her oder lebst schon dein ganzes Leben hier?" In aller Kürze: IQ erklärt - in 2 Minuten. mehr

"Die Welt rückt etwas näher zusammen" Das Institut für Weiterbildung in der Kranken- und Altenpflege (IWK) in Delmenhorst und das IQ Netzwerk Niedersachsen haben am 14. Februar Pflegekräfte nach bestandener Kenntnisprüfung verabschiedet. mehr

Broschüre Integrationsmonitoring 2016: Fakten sind besser als Behauptungen Verlässliche Daten über die Lebenswirklichkeit von Zugewanderten sind notwendig, um Handlungsbedarfe frühzeitig erkennen und die Wirksamkeit bereits ergriffener Fördermaßnahmen fundiert beurteilen zu können. mehr

"Man hat ein Stück gemeinsamen Weg, dann trennen sich die Wege" Die regionalen Strukturen vor Ort sind für die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen eine unverzichtbare Hilfe. Ilse Varchmin ist Anerkennungs- und Qualifizierungsberaterin in Leer, sie ist zuständig für die Landkreise Leer, Aurich, Wittmund, Friesland und die Stadt Emden. mehr

Save the Date: "5 Jahre Anerkennungsgesetz - gelernt ist gelernt!" Am 21. Juni veranstaltet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zusammen mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Berlin die Tagung "5 Jahre Anerkennungsgesetz - gelernt ist gelernt!" Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und der neue Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit Detlef Scheele werden dabei sein. mehr

5 Fragen an"

"Ich finde es schade, wenn wertvolle Qualifikationen verloren gehen" Anerkennungs- und Qualifizierungsberater Jörg Breukelmann berät Menschen mit ausländischen Berufsqualifikationen aus dem gesamten Emsland. Er ist seit Februar letzten Jahres im IQ Netzwerk Niedersachsen tätig und hat uns für den Newsletter von seiner Arbeit erzählt. mehr

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IQ im Gespräch"

"Lassen Sie uns offen und konstruktiv über Probleme auf dem Arbeitsmarkt diskutieren"

Bärbel Höltzen-Schoh fing in den 80er Jahren als Berufsberaterin in Hannover und Celle an, leitete zuletzt die Agentur für Arbeit in Hannover bevor sie Anfang 2017 den Vorsitz der Geschäftsführung der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit übernahm. Die Expertin fordert, den Menschen kluge Angebote zu machen und stärkere regionale Vernetzung.

 

Bärbel Höltzen-Schoh
© Bundesagentur für Arbeit- Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen-/ Iris Klöpper

Die Wirtschaft in Deutschland boomt, in manchen Regionen Niedersachsens liegt die Arbeitslosenquote inzwischen schon unter 2 Prozent. Hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) bald nichts mehr zu tun?

Die stabile Konjunktur bringt immer mehr Menschen in Beschäftigung. Das ist eine wirklich gute Entwicklung. Der Arbeitsmarkt ändert sich, aufgrund demografischer Effekte, aufgrund der guten Konjunktur und auch aufgrund des technologischen Fortschritts, den uns die Digitalisierung bringt. Aber wie Ihre Frage bereits zeigt: Die Regionen in Niedersachsen profitieren von diesen Trends sehr unterschiedlich. In manchen Regionen gibt es nahezu Vollbeschäftigung, in manchen suchen weiterhin sehr viele Männer und Frauen eine Stelle. In einigen technischen aber auch medizinischen und pflegerischen Berufsfeldern stellen wir einen Fachkräftemangel fest, aber mitunter nicht flächendeckend. Das heißt, es wird immer aufwändiger, eine Stelle und den passenden Bewerber zusammenzubringen. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter haben sich angepasst und reagieren mit sehr flexiblen Förder-Instrumenten auf diese Entwicklung. Aber klar ist auch: Einige Themen sind so komplex, die können nur partnerschaftlich bewältigt werden.  Beispielsweise durch die Integration der Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung, für die wir ja bereits viele gute Kooperationen mit Sozialpartnern, der Politik und Organisationen wie dem IQ Netzwerk geschlossen haben. 

 Das vollständige Interview finden Sie hier.

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Interessantes rund um das IQ Netzwerk Niedersachsen

Zugewanderten Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern

Fachtagung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und des IQ Netzwerkes Niedersachsen in Hannover. Am 23. Februar trafen sich Fachleute und Interessierte, um aktuelle und künftige Herausforderungen bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zu diskutieren. In Vorträgen, Foren und einem Podiumsgespräch ging es unter anderem um internationale Fachkräfte in Unternehmen, die Neuausrichtung der berufsbezogenen Sprachförderung oder die Nachqualifizierung als wichtigen Baustein im Anerkennungsverfahren.

Dass das Anerkennungsverfahren immer positiver aufgenommen wird, hob Sozialministerin Cornelia Rundt gleich zu Anfang der Fachtagung hervor. „Ich freue mich sehr, dass in Niedersachsen im Jahr 2015 mehr als 2600 Anträge auf Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen gestellt wurden – das ist der höchste Wert seit Einführung der Anerkennungsgesetze vor fünf Jahren“, so die Ministerin. Der Wiedereintritt ins Arbeitsleben sei für die meisten Zugewanderten entscheidend für ihre gesellschaftliche Teilhabe, erklärte Rundt weiter. Das IQ Netzwerk Niedersachsen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Podiumsgespräch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, der Bundesagentur für Arbeit, Wirtschaft, Gewerkschaften und dem Flüchtlingsrat
© IQ Netzwerk Niedersachsen/RKW Nord GmbH

Mit der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung sowie Anpassungsqualifizierungen ist das IQ Netzwerk für Menschen mit ausländischen Abschlüssen bereits seit Jahren die richtige Anlaufstelle. „Unsere Beratung kann jeder mit einem ausländischen Abschluss in Anspruch nehmen. Und auch das Anerkennungsverfahren ist unabhängig von Herkunft und Aufenthaltstitel möglich“, so Rainer Bußmann, Koordinator des IQ Netzwerkes Niedersachsen.

Neben den genannten Angeboten beschäftigt sich das Netzwerk auch mit neuen Ansätzen, wie der Kompetenzfeststellung, die trotz fehlender Dokumente eine Anerkennung möglich machen soll. Dies hilft besonders Geflüchteten, die ohne Nachweise beruflicher Qualifikationen in Deutschland arbeiten möchten. Auch im Podiumsgespräch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, der Bundesagentur für Arbeit, Wirtschaft, Gewerkschaften und dem Flüchtlingsrat wurde deutlich, dass Angebote dieser Art gebraucht werden.

[…] nicht nur in den üblichen Ausbildungskategorien denken,
davon verspreche ich mir eine große Chance, weil ich denke, dass wir in vielen Bereichen
schlicht und einfach zu formell nach Berufsqualifikationen gucken […]

                         Sozialministerin Cornelia Rundt zum Thema Kompetenzfeststellung und Teilanerkennung
 

Mit der Fachtagung wollten das Niedersächsische Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und das IQ Netzwerk Niedersachsen zu einem gemeinsamen Austausch anregen und fachliche Impulse der verschiedenen Arbeitsmarktakteure bündeln. Die Dokumentation der Ergebnisse des Tages wird in Form eines E-Papers bald auf der Webseite des IQ Netzwerkes Niedersachsen zur Verfügung stehen.

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Neuer Film: "Du kommst von ganz weit her oder lebst schon dein ganzes Leben hier?"

In aller Kürze: IQ erklärt - in 2 Minuten. Neuer anschaulicher Erklärfilm vom Föderprogramm "Integration durch Qualifizierung".

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"Die Welt rückt etwas näher zusammen"

Das Institut für Weiterbildung in der Kranken- und Altenpflege (IWK) in Delmenhorst und das IQ Netzwerk Niedersachsen haben am 14. Februar Pflegekräfte nach bestandener Kenntnisprüfung verabschiedet. Insgesamt viereinhalb Monate lang lernten 18 internationale Pflegekräfte in unterschiedlichen Einrichtungen den deutschen Pflegealltag kennen. Die Frauen und Männer aus neun verschiedenen Ländern haben in ihren Heimatländern bereits eine Pflegeausbildung absolviert und sind nach dem Kurs nun auch in Deutschland staatlich anerkannte Pflegefachkräfte.

Anastasiya Ausianikava ist eine von ihnen. Die 27-jährige hat in ihrer Heimat Weißrussland drei Jahre lang eine Ausbildung im Bereich Medizin gemacht und dort auch bereits auf einer chirurgischen Station sowie als Operationsschwester gearbeitet. Vor drei Jahren kam Ausianikava nach Deutschland. „Ich konnte kein Deutsch, wollte aber unbedingt in meinem erlernten Beruf arbeiten“, erinnert sich die junge Krankenpflegerin. Von dem Vorbereitungskurs auf die Kentnnisprüfung hat Ausianikava nach eigenen Angaben sehr früh erfahren. „Meine Sprachkenntnisse reichten aber noch nicht aus und die nötige Berufserfahrung für den Kurs hatte ich auch noch nicht. Die Leiterin dieses Kurses, Katja Kalkowski hat mir auch zu dem Zeitpunkt sehr geholfen und mich an die IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung vermittelt“, so Ausianikava.

Freuen sich über die bestandene Prüfung, Anastasiya Ausianikava (rechts) und
Magdalena Cordes haben sich im Kurs kennengelernt
© IQ Netzwerk Niedersachsen/RKW Nord GmbH

„Jeder Kurs ist besonders und man hat immer wieder das Gefühl, die Welt rückt etwas näher zusammen“, beschreibt Silke Watzke, Institutsleiterin des IWK, den Kurs.

Ausianikava hat sehr viel Fachliches und auch einiges fürs Leben gelernt. Sie möchte jetzt noch ihr Diplom als Operationsschwester anerkennen lassen. In Weißrussland hatte sie bereits eine Weiterbildung gemacht und fühlt sich jetzt mit ihrer staatlichen Anerkennung sehr gut vorbereitet.

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Broschüre Integrationsmonitoring 2016: Fakten sind besser als Behauptungen

Verlässliche Daten über die Lebenswirklichkeit von Zugewanderten sind notwendig, um Handlungsbedarfe frühzeitig erkennen und die Wirksamkeit bereits ergriffener Fördermaßnahmen fundiert beurteilen zu können. Das Sozialministerium Niedersachsen erstellt daher in Kooperation mit dem Landesamt für Statistik Niedersachsen jährlich ein Integrationsmonitoring mit umfangreichen Zahlen und Daten zu Migration und Teilhabe in Niedersachsen, in diesem Jahr u.a. mit einem ausführlichen Teilbericht über Geflüchtete.

„Die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Zuwanderung muss geführt werden. Dies allerdings auf der Grundlage fundierter Daten, nicht aufgrund von Vorurteilen oder mit falschen Behauptungen“, sagt die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt. Der aktuelle Bericht sei dafür eine gute und wichtige Basis, denn er biete eine Vielzahl statistischer Daten zur Entwicklung und zum Stand von Migration und Teilhabe in Niedersachsen, so Rundt.

Der Integrationsmonitoring-Bericht behandelt die Themen Bevölkerung, Bildung und Qualifikation, Erwerbstätigkeit und Arbeitsmarkt sowie Soziales. In diesem Jahr widmet sich der Bericht mit einem Sonderteil der Situation der nach Niedersachsen geflüchteten Menschen. Er beschreibt überdies Zugangsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt, die Förderungen des Landes im Hinblick auf Integration und Teilhabe und enthält Aussagen über die besondere ehrenamtliche Unterstützung für Geflüchtete. Darüber hinaus und anknüpfend an den Bericht des Vorjahres hat sich das Integrationsmonitoring 2016 auch mit den Maßnahmen des Landes Niedersachsen zur Bekämpfung des Missbrauchs von Werkvertragsbeschäftigung beschäftigt.

Der Bericht kann beim Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung angefordert werden. Er steht überdies online zum Download zur Verfügung unter http://www.ms.niedersachsen.de/themen/integration/integrationsmonitoring/integrationsmonitoring-91266.html.

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"Man hat ein Stück gemeinsamen Weg, dann trennen sich die Wege"

Die regionalen Strukturen vor Ort sind für die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen eine unverzichtbare Hilfe. Ilse Varchmin ist Anerkennungs- und Qualifizierungsberaterin in Leer, sie ist zuständig für die Landkreise Leer, Aurich, Wittmund, Friesland und die Stadt Emden. Eine große Fläche, die die Beraterin abdecken muss. „Am Anfang war das gar nicht so leicht und auch die Vernetzung zwischen mir als IQ Beraterin und dem Jobcenter war eine Herausforderung“, erinnert sich Varchmin. Die IQ Beratungsstelle ist beim Landkreis Leer im Jobcenter angesiedelt. Was am Anfang eine Herausforderung war, ist jetzt ein großer Vorteil. Viele Menschen, die einen ausländischen Abschluss haben, kommen auf der Suche nach Arbeit zunächst in die Agentur für Arbeit oder ins Jobcenter.

 
  Ilse Varchmin begleitet und berät Ratsuchende während des gesamten
Anerkennungsverfahrens
© IQ Netzwerk Niedersachsen/RKW Nord GmbH

 

Wenn hier die Arbeit des IQ Netzwerkes nicht bekannt ist, verzögert sich die Arbeitsmarktintegration. Laut Varchmin ist es wichtig, dass die Ratsuchenden schnell den Weg in die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung finden. Für viele Berufe ist die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen Voraussetzung, um in Deutschland arbeiten zu können. Da das Antragsverfahren je nach Beruf variieren kann und unterschiedliche Institutionen zuständig sind, ist es für Ratsuchende meist schwierig diesen Prozess alleine zu durchlaufen. Die IQ Beraterinnen und Berater helfen und begleiten während dieses Verfahrens.

 

 

„Wir wollen nicht, dass die Menschen die Motivation verlieren und denken, es sei ausweglos, eine Anstellung gemäß ihrer Qualifikation zu finden. Da profitieren wir einfach sehr von Frau Varchmins Fachwissen und ihrer Erfahrung“, beschreibt Heinz-Georg Smit, Leitung Arbeitsvermittlung und Flüchtlinge im Jobcenter Leer, die Situation. Ob Arbeitsvermittlung, IQ Beratung oder sonstige Arbeitsmarktakteure, den Zugang in die Köpfe der anderen Kollegen zu finden, ist Varchmin und Smit für die gute Vernetzung sehr wichtig. „Beide Seiten müssen wissen, wer bei welchem Schritt helfen kann. Man hat ein Stück gemeinsamen Weg und dann trennen sich die Wege“, umschreibt Varchmin die Vernetzungsarbeit zwischen Jobcenter und der IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung. 
Mehr Informationen zur Beratung finden Sie hier.

 

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Save the Date: "5 Jahre Anerkennungsgesetz - gelernt ist gelernt!"

Am 21. Juni veranstaltet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zusammen mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Berlin die Tagung "5 Jahre Anerkennungsgesetz - gelernt ist gelernt!" Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und der neue Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit Detlef Scheele werden dabei sein. Es wird Bilanz aus den vergangenen fünf Jahren gezogen und geschaut, was in Zukunft berücksichtigt werden sollte. In einem Evaluationsbericht werden zudem aktuelle Ergebnisse bezüglich des Anerkennungsgesetzes mit Experten diskutiert und erstmals öffentlich präsentiert.

Im Rahmen der Tagung wird außerdem der neue "Unternehmerpreis Berufsanerkennung" für besondere Leistungen von Unternehmen verliehen. Die Auszeichnung richtet sich an Unternehmen sowie Personal- und Betriebsräte, die zum Beispiel bei der Beratung von Beschäftigten oder der Zusammenstellung der erforderlichen Unterlagen geholfen haben. Gefragt sind auch gute Ideen, wie qualifizierte Zugewanderte in Betrieben oder regionalen Netzwerken mit Hilfe der Berufsanerkennung gefunden und an die Unternehmen gebunden werden können.
Weitere Infos zur Tagung werden in Kürze veröffentlicht, Informationen zur Preisverleihung finden Sie bereits jetzt hier.

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5 Fragen an“

"Ich finde es schade, wenn wertvolle Qualifikationen verloren gehen"

Anerkennungs- und Qualifizierungsberater Jörg Breukelmann berät Menschen mit ausländischen Berufsqualifikationen aus dem gesamten Emsland. Er ist seit Februar letzten Jahres im IQ Netzwerk Niedersachsen tätig und hat uns für den Newsletter von seiner Arbeit erzählt.

Wie bist du zum IQ Netzwerk Niedersachsen gekommen?

Über die Einrichtung einer eigenen Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstelle im Emsland bin ich zum IQ Netzwerk Niedersachsen gekommen. Bis Februar 2016 gab es im Emsland keine eigene Beratungsstelle. Vorher habe ich im Jobcenter Emsland als Fallmanager gearbeitet. Die Integration von Arbeitslosen sowie „aufstockenden“ Beziehern von Grundsicherungsleistungen in den Arbeitsmarkt und dabei vor allem das Aufzeigen von Berufsperspektiven haben mir auch in dem Job sehr viel Spaß gemacht. Im Grunde ist meine vorherige Tätigkeit ähnlich, bis auf den Unterschied, dass die Menschen jetzt freiwillig zu mir kommen und daher meistens sehr motiviert sind. Das führt dazu, dass die Arbeit als Anerkennungs- und Qualifizierungsberater für mich interessanter und auch zufriedenstellender ist.

Bevor ich im Netzwerk angefangen habe, habe ich mich auf dem Migrationsportal informiert und auch bei der Kollegin Sabine Stockhausen in der Grafschaft Bentheim hospitiert. Sie hat vor 2016 die Beratung im Emsland mit übernommen. Mit war schnell klar, dass dies meine nächste berufliche Station sein soll und ich hoffe, dass es dieses Projekt noch viele Jahre geben wird.

Berät im Emsland Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen
© IQ Netzwerk Niedersachsen/RKW Nord GmbH

Was sind deine Aufgaben als Berater, wie läuft so eine Beratung ab?

Meine Aufgabe ist die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung. In der Regel findet nach einer individuellen Terminvereinbarung ein Erstgespräch statt. Bei der Terminvereinbarung probiere ich schon so viele Informationen wie möglich herauszufinden, damit ich mich bestens auf das Erstgespräch vorbereiten kann. Mein Büro ist in Meppen, wo viele der Beratungen stattfinden, aber die in Aschendorf und in Lingen angebotene Außenberatung wird ebenfalls gut angenommen. Jedes Beratungsgespräch ist besonders, weil man immer wieder auf neue Menschen trifft, die alle ganz verschiedene Hintergründe haben und nicht jeder hat das gleiche Ziel. Meine größte Aufgabe sehe ich darin, mit der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung den Menschen den Weg als Fachkraft in den deutschen Arbeitsmarkt zu ebnen. Viele Menschen haben wertvolle Qualifikationen, üben aber eine Helfertätigkeit aus, weil sie nicht wissen, wie sie ihre Qualifikationen anerkennen lassen können. Ich finde es schade, wenn deswegen wertvolle Qualifikationen verloren gehen. Viele Menschen benötigen nur die richtige Hilfe.

Manche Beratungen sind auch einfach außergewöhnlich. Ich hatte zum Beispiel einen Ratsuchenden aus Syrien, der Philosophie studiert hat und nach seiner Promotion als Dozent an einer philosophischen Fakultät tätig war. Er kam im Anerkennungsverfahren als Asylsuchender zu mir und konnte dementsprechend überhaupt kein Deutsch. Er konnte sich aber unheimlich gewählt in Englisch ausdrücken und hatte selber eine Bekannte als Übersetzerin mitgebracht. Er hat direkt verstanden, dass in Deutschland die Sprache in der Arbeitswelt der Schlüssel zum Erfolg ist und, dass man sich die Zeit gönnen muss, um die Sprache zu lernen. Und das Schönste ist, dass er jetzt in den Schuldienst des Landes Niedersachsen, als Lehrkraft für jugendliche Geflüchtete, eingestellt wurde.

Was ist für dich wichtig bei deiner Arbeit?

Bei meiner Arbeit ist mir wichtig, den Menschen nach Möglichkeit nicht nur einen Weg aufzuzeigen, sondern Optionen darzulegen. Nicht jeder hat dasselbe Ziel und ich möchte Handlungsalternativen, ausgehend von der jeweiligen individuellen Situation, bieten. Auch die Nachhaltigkeit ist mir wichtig, also Ratsuchende während des gesamten Anerkennungsverfahrens zu begleiten.

Was gefällt dir an deiner Arbeit am besten?

Die Möglichkeit, Menschen unterschiedlicher Herkunft und aus verschiedenen Kulturkreisen helfend begegnen zu können. Ich finde es außerdem sehr gut, meine Fremdsprachenkenntnisse beruflich einzusetzen. Auch die Netzwerkarbeit ist mir wichtig, einmal in Form der Zusteuerung zur Beratung und dann auch durch die Vermittlung in Praktika oder Arbeit. Ganz oben steht für mich, Berufsperspektiven in Deutschland aufzuzeigen. Und auch die Zusammenarbeit mit den integrationsverantwortlichen Fallmanagern unseres Jobcenters und den Vermittlungsfachkräften der hiesigen Agentur für Arbeitgefällt gefällt mir sehr. Man ist in der Lage, eine Prozesskette bis hin zu einer berufsadäquaten Beschäftigung herzustellen. Es ist einfach ein schönes Gefühl, Menschen wirklich helfen zu können.

Hast du selbst einen Migrationshintergrund oder hast du schon einmal im Ausland gearbeitet?

Ich habe zu einem Achtel einen Migrationshintergrund, mein Großvater ist Niederländer. Die Familie meines Vaters kommt ursprünglich aus den Niederlanden und ich habe selbst auch einige Zeit dort gearbeitet. Ich spreche Niederländisch, Englisch und auch etwas Französisch, das ist in der Beratung oft eine Hilfe.

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www.migrationsportal.de

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Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert sowie durch das Land Niedersachsen kofinanziert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).  

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Das Landesnetzwerk Niedersachsen wird koordiniert durch:

www.rkw-niedersachsen.de

Sitz der Gesellschaft: Hannover
Eingetragen beim Amtsgericht Hannover
Handelsregister-Nr. HRB 211607
Geschäftsführer: Harm Wurthmann, Monika Opitz

 

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Stefanie Müller, Susanne Strothmann-Breiwe  
iqnetzwerk[at]rkw-nord.de  
Tel.: 0541/ 60 08 15 - 20  

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