IQ Netzwerk Niedersachsen - Newsletter 04/2016

 

 

Liebe interessierte Leserinnen und Leser,

hiermit erhalten Sie den vierten Newsletter des IQ Netzwerkes Niedersachsen im Jahr 2016!

Wir wünschen allen viel Spaß beim Lesen!

Ihr IQ Team!

 


© IQ Netzwerk Niedersachsen, RKW Nord GmbH

19.09.2016

 

"IQ im Gespräch"

"Warum sollen wir nicht voneinander lernen?" Ulrike Nasse-Meyfarth war eine der erfolgreichsten Athletinnen Deutschlands. Die zweifache Olympiasiegerin im Hochsprung engagiert sich heute für die sogenannte Zwillingskarriere, für das Gelingen einer olympischen/paralympischen und zugleich beruflichen Karriere. mehr

Interessantes rund um das IQ Netzwerk und die RKW Nord GmbH

Was bedeuten eigentlich die Begriffe Intersektionalität, Stereotyp oder Vorurteil?  Eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erproben neues Trainingskonzept „Antidiskriminierung“ des IQ Netzwerkes Niedersachsen. mehr

Lehrerin aus Bulgarien arbeitet wieder im erlernten Beruf „Nach Schlechtem kommt Gutes“, erklärt Iliana Ananieva mit einem Lächeln. Ananieva ist Lehrerin und hat in ihrer Heimat Bulgarien bereits 13 Jahre lang Schülerinnen und Schüler an Grund- und Berufsschulen sowie an Gymnasien unterrichtet. Im November 2014 kam sie nach Deutschland. Nach viel Einsatz und Ehrgeiz blickt sie auf die letzten Jahre zurück. mehr

Film: Das Anerkennungsverfahren leicht gemacht Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ist gesetzlich geregelt aber das Verfahren ist für viele undurchsichtig. Ein neuer Film erklärt das Verfahren rund um die Anerkennung jetzt in leichter Sprache. mehr

Neue MINT Maßnahme in Leer gestartet Am 6. Juni ist im ostfriesischen Leer zum ersten Mal die Brückenmaßnahme für Akademikerinnen und Akademiker im MINT Bereich gestartet. Teilnehmende sind Ingenieurinnen und Ingenieure, die im Ausland ein Hochschulstudium im MINT Bereich abgeschlossen haben. mehr

Neue Ideen, Konzepte und Visionen für kulturelle Vielfalt - IQ Netzwerk unterstützt "Arrival Cities"-Projekt in Oldenburg Der kanadische Autor Doug Sanders präsentierte beim IQ Kongress 2014 in Berlin seine Ideen zur „Arrival City“. Demnach spielt die Gestaltung von Ankunftsstädten bzw. –stadtteilen eine wichtige Rolle für eine erfolgreiche Migrationspolitik. mehr

Qualitäts- und Fachstandards in Zukunft wichtige Leitplanken - BMAS bedankt sich für Entwicklung von Qualitätsstandards bei MobiPro-EU Fachgruppe Der Fachkräftebedarf in Deutschland wächst zunehmend. Die Auswirkungen des demografischen Wandels führen dazu, dass immer weniger junge Fachkräfte dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Gleichzeitig hat die Wirtschafts- und Finanzkrise in einigen europäischen Ländern zu einer hohen Arbeitslosigkeit, besonders unter Jugendlichen, geführt. mehr

Vernetzung zwischen IQ Netzwerk und Integrationsberatungsstellen funktioniert hervorragend Wenn Ilse Varchmin von ihrem Außentermin aus Varel zurückkommt, muss sie erst einmal durchatmen. In der Tasche der IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberaterin aus Leer stapeln sich die Antragsformulare: „Die Kollegin von der Integrationsberatungsstelle organisiert mir vor Ort die Beratungstermine. Das ist eine enorme Erleichterung, vor allem, weil die Antragstellenden schon gut gebrieft sind, welche Unterlagen sie brauchen.“ mehr
 

"5 Fragen an"

"Die Verbindung zu unseren Teilprojekten ist das Besondere an unserer Arbeit" Bei der RKW Nord GmbH in Hannover sitzen Anna Roos und Silke Reemtsema. Sie regeln für unser Netzwerk alles rund um die Verwaltung der Finanzen. Anna ist gelernte Bankkauffrau und Silke Betriebswirtin. Unsere Finanzspezialistinnen haben sich kurz für uns Zeit genommen und von ihrer Arbeit erzählt. mehr

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"IQ im Gespräch"

"Warum sollen wir nicht voneinander lernen?"

Ulrike Nasse-Meyfarth war eine der erfolgreichsten Athletinnen Deutschlands. Die zweifache Olympiasiegerin im Hochsprung engagiert sich heute für die sogenannte Zwillingskarriere, für das Gelingen einer olympischen/paralympischen und zugleich beruflichen Karriere. Ihre „Impulse für Spitzenleistungen“ finden über Deutschland hinaus Gehör. Warum es wichtig ist, mehr zu tun, erklärt die prominente Talentmanagerin in diesem Interview.

   

Frau Nasse-Meyfarth, Sie unterstützen den diesjährigen Kongress der Stiftung Lebendige Stadt als Laudatorin für ein besonderes Integrationsprojekt. Warum tun Sie das?

Weil man mich darum gebeten hat. Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass ich mich sehr für gesellschaftliche Teilhabe und Integration einsetze. Ich beziehe dazu auch öffentlich Stellung. Sport ist ein Motor für Integration. In meinem Verein (TSV Bayer 04 Leverkusen: Anm. der Redaktion) ist jeder willkommen, der friedlich Sport treiben will. Es spielt keine Rolle, woher man kommt. Nichtbehinderte und Behinderte, Deutsche und Nichtdeutsche trainieren bei uns in einem guten Miteinander, haben Spaß zusammen. Dafür werbe ich gerne.

Für wen werden Sie als Laudatorin sprechen?

Ich habe die Ehre, ein herausragendes Integrationsprojekt für geflüchtete Menschen vorzustellen.

  Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth
© Christine Löther-Tewer

Verraten Sie mehr?

Ja gerne. Es geht um ein Pilotprojekt mit vier Schwerpunktzielen: Integration durch Sport, gesellschaftliche Integration, Netzwerkarbeit und Eigeninitiative. Der Turnerbund Neckarhausen hat es initiiert. Die Idee war, im Rahmen des jährlichen Vereinssportfestes ein Fußballturnier zu organisieren mit gemischten Teams aus Vereinsmitgliedern, Unternehmern und Flüchtlingen. Der Oberbürgermeister übernahm die Schirmherrschaft und die Sportausstattung wurde von den mitwirkenden Unternehmern gestiftet. Auf diesem Wege erhielten die Flüchtlinge gleich zu Beginn ein Gesicht und einen Namen im Verein und im Ort. Es kamen Kooperationen mit Flüchtlingsinitiativen aus den Nachbarorten hinzu, und aus dem Vereinssportfest wurde ein großes gemeinsames Fest der Begegnung. Die Flüchtlinge engagieren sich inzwischen auch außerhalb des Vereins, beispielsweise bei der Vorbereitung örtlicher Veranstaltungen. 2015 wurde darüber hinaus eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Sport eingerichtet. Der Turnerbund Neckarhausen war der erste Verein in Baden-Württemberg, der eine solche Stelle geschaffen hat als Schnittstelle zu Kindergärten und Schulen. Sie wurde mit einem syrischen Flüchtling besetzt. Das hat mich besonders beeindruckt.

Der hat verschiedene Sportangebote in den Kindergärten gestaltet und sogar eine Fußball AG an den Realschulen geleitet. Er hat sich auch um Flüchtlingskinder der Deutschvorbereitungsklassen gekümmert. Das notwendige Rüstzeug hat er im Verein gelernt. Niemand hat dem Turnerbund Neckarhausen verordnet, dieses Netzwerkprojekt zu machen. Der Verein wollte einfach mehr tun. Wir alle haben die Freiheit, mehr zu tun. Aber wir müssen sie auch nutzen.

Das komplette Interview finden Sie hier.

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Interessantes rund um das IQ Netzwerk und die RKW Nord GmbH

Was bedeuten eigentlich die Begriffe Intersektionalität, Stereotyp oder Vorurteil?

Um ein erstes Trainingskonzept zu testen, hatte das IQ Netzwerk Niedersachsen die eigene Belegschaft eingeladen. „Wir haben ein Team, welches bereits langjährige Erfahrung im Bereich interkultureller Öffnungsprozesse und Diversity Management hat. Mit dem neuen Angebot im Bereich Antidiskriminierung kommen wir einem Bedarf nach mehr Offenheit, besonders im Arbeitsalltag, nach“, erklärt Rainer Bußmann, Koordinator beim IQ Netzwerk Niedersachsen.

Geschult werden vor allem Mitarbeitende in öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen niedersachsenweit. Aber bevor öffentliche Einrichtungen und Unternehmen von dem neuen Training profitieren können, starteten die Diversity Trainerinnen Christin Kavermann und Sara Paßquali vom IQ Netzwerk Niedersachen einen ersten Test. „Die Resonanz war sehr positiv. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben uns wichtige Tipps für die Weiterentwicklung gegeben“, so Kavermann. Die Schulung ist eine Mischung aus praktischen Übungen sowie der Erarbeitung und Erklärung von Begriffen. „Die Schulung ist so konzipiert, dass alle Teilnehmenden denselben Wissensstand vermittelt bekommen. Wir erklären wertfrei die Begriffe rund um Diskriminierung und vermitteln in Übungen die Auswirkung von Benachteiligung. Im Grunde verläuft Diskriminierung aber immer nach demselben Muster: unterscheiden, abwerten und schlechter behandeln“, erläutert Paßquali kurz den Inhalt der Schulung.


Während der Schulung wurden Begriffe rund um das Thema Diskriminierung erklärt 
© IQ Netzwerk Niedersachsen, RKW Nord GmbH

Oft sind wir uns dem gar nicht bewusst. Jeder von uns entwickelt im Laufe des Lebens Stereotypen. Sie helfen uns, Kompliziertes zu vereinfachen. Sie können aber auch dazu führen, dass Verallgemeinerungen entstehen und die Vielfalt einer Gruppe nicht mehr wahrgenommen wird. Vielfalt ist das Stichwort und eines der Themenbereiche des IQ Netzwerkes. Mit Diversity Trainings und künftig auch Antidiskriminierungsschulungen versucht das IQ Netzwerk, Menschen mit Migrationshintergrund eine gleichberechtigte Teilhabe in der Arbeitswelt zu ermöglichen.

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Lehrerin aus Bulgarien arbeitet wieder im erlernten Beruf

„Nach Schlechtem kommt Gutes“, erklärt Iliana Ananieva mit einem Lächeln. Ananieva ist Lehrerin und hat in ihrer Heimat Bulgarien bereits 13 Jahre lang Schülerinnen und Schüler an Grund- und Berufsschulen sowie an Gymnasien unterrichtet. Im November 2014 kam sie nach Deutschland. Nach viel Einsatz und Ehrgeiz blickt sie auf die letzten Jahre zurück. Für uns hat sie ein paar Fragen beantwortet und von ihren Erfahrungen auf dem Weg zur Anerkennung erzählt. Die engagierte Lehrerin hat eine Teilanerkennung für das Fach Englisch bekommen. Seit dem 29. August steht sie an der Hauptschule Damme wieder vor der Klasse. 

Die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung bei der BUS GmbH in Osnabrück hat Sie vor und während des Anerkennungsverfahrens begleitet. Wie sind Sie auf die Beratungsstelle aufmerksam geworden?

Das war sehr schwierig, und der Weg bis in die Beratungsstelle des IQ Netzwerkes war sehr lang. Zuerst war ich bei der Arbeitsagentur und habe mich dort als Englischlehrerin gemeldet. Da hat man mir geraten, in einer Fabrik zu arbeiten. Und auch andere Menschen haben mir gesagt, ich sei verrückt, in Deutschland in meinem Beruf arbeiten zu wollen. Als Englischlehrerin würde ich hier nie eine Chance haben. Das war keine schöne Zeit, schließlich hatte ich in Bulgarien schon 13 Jahre lang als Lehrerin gearbeitet. Genau das wollte ich auch in Deutschland machen. Ich habe erst einmal im Internet nach Informationen gesucht und jede Telefonnummer angerufen, die ich finden konnte. Und irgendwann hatte ich Glück, jemand erzählte mir vom Anerkennungsverfahren und den nötigen Schritten. Das war im Dezember 2014. Ich werde nie den 19. Januar 2015 vergessen. An diesem Tag hatte ich meinen ersten Termin bei der IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstelle bei der BUS GmbH. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch kein Deutsch. Zusammen mit meinem Mann bin ich zu dem Termin gefahren. Mein Mann spricht Russisch, ich Englisch. So haben wir uns in der Beratung verständigt. Die Beratung hat mir sehr geholfen. Das Team war wirklich nett und hat meine Probleme und Schwierigkeiten verstanden. Am 2. September 2015 habe ich meine Anerkennung für Englische Philologie bekommen.

Frau Ananieva ist wirklich eine beeindruckende Frau. Sie ist ein perfektes Beispiel für gelungene Integration und dafür, dass man mit viel Durchsetzungsvermögen und Eigeninitiative den erlernten Beruf auch hier in Deutschland ausüben kann“, erzählt Claudia Beckmeier von der BUS GmbH.

Beckmeier und ihre Kolleginnen haben die 38-jährige Bulgarin während des Anerkennungsverfahrens begleitet, sie haben ihr geholfen, die nötigen Dokumente zusammenzustellen und mit ihr Bewerbungsunterlagen erstellt.

Iliana Ananieva freut sich, wieder zu unterrichten
© IQ Netzwerk Niedersachsen, RKW Nord GmbH
 

Haben Sie auch Weiterbildungsmaßnahmen des IQ Netzwerkes besucht, und was hat Ihnen besonders gefallen?

Um in Deutschland als Lehrerin arbeiten zu können, brauche ich das Sprachniveau C1. Ich wollte so schnell es ging Deutsch lernen und habe im Juli 2015 einen Integrationskurs angefangen, damit ich das Sprachlevel B1 erreiche. Meine Lehrerin hat mir sehr geholfen, sodass ich neben dem B1 Kurs gleichzeitig den B2 Sprachkurs angefangen habe. Beide Prüfungen habe ich mit sehr gut bestanden. Die Kurse haben mir viel Spaß gemacht, und ich habe die Sprache schnell gelernt. So konnte ich anderen Teilnehmenden im Kurs helfen. Das hat mir besonders gefallen. Im Moment mache ich über das IQ Netzwerk einen C1 Sprachkurs. Diesen Kurs mache ich online über das virtuelle Klassenzimmer VIONA®. Hier lernen wir vor allem die Sprache im beruflichen Alltag.

Das klingt sehr gut. Haben Sie auch schon Bewerbungen geschrieben?

Ja, Bewerbungen habe ich schon geschrieben. Claudia Beckmeier und Katharina Loose von der IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung und Nina Wilke vom Bewerbungszentrum haben mir geholfen, meine Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen. Das hat sehr gut geklappt, ohne die Hilfe wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Eine Stelle habe ich auch schon gefunden. Seit dem 29. August unterrichte ich an der Hauptschule Damme Englisch. An der Schule war ich schon im Februar als Mitarbeiterin beschäftigt, aber ab jetzt bin ich Lehrerin und unterrichte alleine. Das Kollegium und mein Schulleiter haben wir geholfen, diese Stelle zu bekommen.

Herzlichen Glückwusch! Das hört sich an, als haben Sie Ihr Ziel erreicht. Haben Sie noch weitere Pläne?

Ich bin sehr glücklich, in Deutschland in meinem Beruf arbeiten zu können. Ohne die Beratungsstelle und meine Kolleginnen und Kollegen hätte ich es nicht geschafft. Mein Ziel ist es, ein weiteres Fach zu unterrichten. Meine Arbeitsstelle ist befristet und für einen unbefristeten Vertrag brauche ich ein zweites Fach. Sobald ich meinen C1 Kurs bestanden habe, wird das mein nächstes Ziel sein. Ich habe vor, an der Uni Vechta ein zweites Fach zu studieren, entweder Musik, Politik oder Deutsch als Fremdsprache.

Haben Sie noch Tipps für Menschen, die in Deutschland arbeiten möchten oder noch am Anfang des Anerkennungsverfahrens stehen?

Für mich war es wichtig, Deutsch zu lernen. Ohne Sprache ist es schwer, und für reglementierte Berufe wie Lehrerin oder Lehrer ist das Sprachniveau C1 Voraussetzung. Mein Tipp ist also, die Sprache zu lernen und nicht aufzugeben. Auch wenn es schwer ist, wenn man ehrgeizig und beharrlich bleibt, kann man seine Ziele erreichen. Man muss viel Geduld haben und weiter machen. "Nach Schlechtem kommt Gutes", sagt man in Bulgarien.

Das Interview führte Stefanie Müller.

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Film: Das Anerkennungsverfahren leicht gemacht

Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ist gesetzlich geregelt aber das Verfahren ist für viele undurchsichtig. Ein neuer Film vom IQ Netzwerk erklärt das Verfahren rund um die Anerkennung jetzt in leichter Sprache. Wie und wo wird das Anerkennungsverfahren gestartet? Welche Dokumente werden für das Verfahren benötigt, und in welcher Form müssen diese eingereicht werden? Spielt der Aufenthaltstitel eine Rolle, und ist das Verfahren auf bestimmte Berufe begrenzt? Entstanden ist der rund drei-minütige Spot in Kooperation mit dem Sprachlernportal papagei.com.

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Neue MINT Maßnahme in Leer gestartet

Am 6. Juni ist im ostfriesischen Leer zum ersten Mal die Brückenmaßnahme für Akademikerinnen und Akademiker im MINT Bereich gestartet. Teilnehmende sind Ingenieurinnen und Ingenieure, die im Ausland ein Hochschulstudium im MINT Bereich abgeschlossen haben. Neben allgemeinen Sprachkompetenzen erlernen die Teilnehmenden vor allem die Fachsprache. Bewerbungstraining und ein Praktikum runden das Programm ab, damit der Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt gelingt. Die neue Qualifizierungsmaßnahme in Leer ergänzt die bereits bestehende Brückenmaßnahme in Hannover.

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Neue Ideen, Konzepte und Visionen für kulturelle Vielfalt - IQ Netzwerk unterstützt "Arrival Cities"-Projekt in Oldenburg

Der kanadische Autor Doug Sanders präsentierte beim IQ Kongress 2014 in Berlin seine Ideen zur „Arrival City“. Demnach spielt die Gestaltung von Ankunftsstädten bzw. -stadtteilen eine wichtige Rolle für eine erfolgreiche Migrationspolitik. Denn scheiterte die Arrival City, werde sie zum sozialen Brennpunkt, zum Elendsviertel. Blühe sie auf, werde die Arrival City zur Geburtsstätte der neuen Mittelschicht, der stabilen Wirtschaft und des sozialen Friedens einer Stadt, so Sanders in seinem Buch "Arrival City".

Unter der Leitung der Stabsstelle Integration der Stadt Oldenburg ist Oldenburg nun Teil des europäischen Städtenetzwerkes „Arrival Cities“ und wird gemeinsam mit anderen Städten und Partnern an aktuellen Fragen der Integration und Migration arbeiten und einen lokalen Aktionsplan für die Integration von Zugewanderten, insbesondere von Flüchtlingen, entwickeln.


© Arrival Cities/Chiara Vestrini

Neue Ideen, Konzepte und Visionen für eine kulturelle und vielfältige Willkommensstadt Oldenburg sollen in einem lebendigen Gedankenaustausch von der Willkommenskultur zur Willkommensstruktur führen. Welche Wege müssen wir gestalten, und welche bereits vorhandenen Wege können wir nutzen, um das Ankommen in der Gesellschaft so einfach wie möglich zu machen?

Als Experte für den Bereich Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten unterstützt Peter Grünheid vom niedersächsischen IQ Netzwerk (Teilprojekt Einwanderung) die Local Action Group in Oldenburg.

Beteiligt sind außer Oldenburg die Städte Amadora (Portugal), Riga (Lettland), Roquetas de Mar (Spanien), Val de Marne (Frankreich), Vantaa (Finnland), Thessaloniki (Griechenland), Messina (Italien) und die Technische Universität Dresden.

„Arrival Cities“ wird im Rahmen des URBACT-Programms gefördert. Es wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie die 28 EU-Mitgliedsstaaten, Norwegen und die Schweiz finanziert. Hauptziel ist die Förderung einer integrierten, nachhaltigen Stadtentwicklung.

Von Peter Grünheid

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Qualitäts- und Fachstandards in Zukunft wichtige Leitplanken - BMAS bedankt sich für Entwicklung von Qualitätsstandards bei MobiPro-EU Fachgruppe

Der Fachkräftebedarf in Deutschland wächst zunehmend. Die Auswirkungen des demografischen Wandels führen dazu, dass immer weniger junge Fachkräfte dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Gleichzeitig hat die Wirtschafts- und Finanzkrise in einigen europäischen Ländern zu einer hohen Arbeitslosigkeit, besonders unter Jugendlichen, geführt. Viele junge Menschen sehen in ihren Heimatländern kaum eine berufliche Perspektive und sind interessiert an einer Beschäftigung oder Berufsausbildung in einem anderen EU-Mitgliedsstaat. Grundsätzlich haben alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, in EU-Mitgliedsstaaten zu arbeiten. Praktisch ist das aber nicht immer so einfach, besonders für junge Menschen, die an einer Ausbildung interessiert sind.

Das „Sonderprogramm zur Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa (MobiPro-EU)“ setzt genau hier an. Es unterstützt junge Menschen aus der EU und bietet ihnen eine realistische berufliche Perspektive. Zum einen werden benötigte Fachkräfte für die deutsche Wirtschaft gewonnen und zum anderen kann die berufliche Zukunft der jungen Menschen im Heimatland verbessert werden.


Fachgruppe Qualitätssicherung MobiPro-EU
Mitte v.l: Simone Solka (BMAS) und Markus Reinermann (IQ Netzwerk Niedersachsen)
 
Foto: © BMAS/Tom Maelsa

Welchen Weg die Fachkräfte von morgen auch gehen, damit eine Ausbildung in Deutschland und eine Integration positiv verläuft, muss die Qualität gewährleistet sein. Für die Umsetzung von Projekten im Rahmen von MobiPro-EU wurden dazu allgemeine Qualitätsstandards entwickelt. Nicht nur die berufliche, auch die soziale und gesellschaftliche Integration ist wichtiger Bestandteil der Standards. Akteure aus verschiedenen Regionen Deutschlands verstehen dies als eine gemeinsame Aufgabe.

„ Die Qualitätsstandards stehen für eine gemeinsame Entwicklung, in die die Expertise Vieler geflossen ist. Diese Aufgabe wird fortgeführt und auf ihrer Grundlage wird ein Handbuch mit Handlungsempfehlungen für MobiPro-EU Projekte entstehen“, erklärt Markus Reinermann vom IQ Netzwerk Niedersachsen, Mitglied der Fachgruppe Qualitätssicherung MobiPro-EU. Bereits im Mai bedankte sich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bei der Fachgruppe Qualitätssicherung MobiPro-EU für die Unterstützung. Aktuell wird an einem Handbuch Qualitätsstandards gearbeitet, hiermit sollen zukünftige Projekte unterstützt werden.

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Vernetzung zwischen IQ Netzwerk und Integrationsberatungsstellen funktioniert hervorragend

Wenn Ilse Varchmin von ihrem Außentermin aus Varel zurückkommt, muss sie erst einmal durchatmen. In der Tasche der IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberaterin aus Leer stapeln sich die Antragsformulare: „Die Kollegin von der Integrationsberatungsstelle organisiert mir vor Ort die Beratungstermine. Das ist eine enorme Erleichterung für meine Arbeit, vor allem, weil die Antragstellenden schon gut gebrieft sind, welche Unterlagen sie brauchen.“ Varchmin ist Anerkennungs- und Qualifizierungsberaterin beim IQ Netzwerk und betreut Menschen in den Landkreisen Aurich, Friesland, Leer, Wittmund und der Stadt Emden.

Frau Petra Matschuk in Varel ist Beraterin in einer der 18 Integrationsberatungsstellen, die vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) getragen werden. Gefördert werden die Integrationsberatungsstellen vom Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie.

Hier werden Migrantinnen und Migranten zu Themen wie Schulsystem, Arbeit und Ausbildung oder sozialrechtlichen Fragen beraten. Darüber hinaus unterstützen die Beraterinnen und Berater des BNW bei der Suche nach passenden Sprachkursen und bieten Lernplätze direkt vor Ort an. Für einen schnellen Anschluss an den deutschen Arbeitsmarkt begleiten sie als Expertinnen und Experten bei der Jobsuche und Bewerbung.
„Die Frage der beruflichen Anerkennung ist ein großes und komplexes Thema“, erklärt Petra Matschuk, „da ist die Zusammenarbeit mit dem IQ Netzwerk außerordentlich wichtig.“

 

Helfen Migrantinnen und Migranten im Norden Niedersachsens, Ilse Varchmin und Petra Matschuk (v.l.)  © IQ Netzwerk Niedersachsen, RKW Nord GmbH

Somit lag es nahe, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Integrationsberatungsstellen auch durch das Team des IQ Netzwerks schulen zu lassen: Aufenthaltsrechtliche Grundlagen, berufliche Anerkennungsverfahren und zusätzlich ein Diversity-Training standen auf dem Programm.
„Das IQ Netzwerk hat unsere Kolleginnen und Kollegen super sachkundig gemacht!“ freut sich Anna-Lina Becker, die beim BNW die Integrationsberatungsstellen koordiniert, „die Ergebnisse sehen wir jetzt.“ Und Ilse Varchmin ergänzt: „Die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend, das ist eine Vernetzung, wie ich sie mir wünsche!“

 

"5 Fragen an"

"Die Verbindung zu unseren Teilprojekten ist das Besondere an unserer Arbeit"

Bei der RKW Nord GmbH in Hannover sitzen Anna Roos und Silke Reemtsema. Sie regeln für unser Netzwerk alles rund um die Verwaltung der Finanzen. Anna ist gelernte Bankkauffrau und Silke Betriebswirtin. Unsere Finanzspezialistinnen haben sich kurz für uns Zeit genommen und von ihrer Arbeit erzählt.  

Wie seid ihr beide zum IQ Netzwerk gekommen?

Wir haben beide im letzten Jahr im Juli angefangen und sind eher zufällig zu IQ gekommen. Die Stellenausschreibung fanden wir damals direkt interessant, auch wenn wir beruflich noch keine Erfahrung mit dem Thema Migration und Arbeitsmarkt hatten. Es ist schon etwas Besonderes, die Finanzen im Rahmen eines Projektes zu regeln.

Finanzverwaltung klingt erst mal nach Tabellen und Zahlen. Was sind genau eure Aufgaben?

Wir haben erst einmal die Teilprojektträger untereinander aufgeteilt, so hat jeder Träger einen festen Ansprechpartner. Alles was in Richtung Finanzen bei den Projekten anfällt, bearbeiten wir. Das sind hauptsächlich Abrechnungen. Im Arbeitsalltag der Teilprojekte fallen natürlich Kosten an, das können beispielsweise die Fahrtkosten sein, wenn eine Veranstaltung besucht wird. Dies wird bei uns eingereicht und wir prüfen, ob die eingereichten Kosten förderfähig sind. Da kommt es oft vor, dass nur Teile erstattet werden können oder Belege nachgereicht werden müssen. Für uns als „Boten“ sind dies nicht die schönsten Momente in unserer Arbeit. Da unser Projekt und auch die Teilprojekte aber aus Fördermitteln bezahlt werden, ist Genauigkeit sehr wichtig. Das ist manchmal schwer zu vermitteln, die Vorgaben des Ministeriums sind aber klar und die müssen wir befolgen. Tabellen und Zahlen sind natürlich, wie man sich das in einer Finanzverwaltung vorstellt, unsere tagtäglichen Hilfsmittel.

Wie sieht es denn mit den schönen Momenten eurer Arbeit aus? Was ist das Besondere an eurer Arbeit, und was gefällt euch am besten?

Anna: Das sind auf jeden Fall die Zahlen, mir macht es großen Spaß mit Zahlen zu arbeiten. Ich bin, was das angeht, wohl eine klassische Bankkauffrau. Und wenn dann noch alles reibungslos funktioniert und am Ende meine Zahlen stimmen, das ist für mich das Schönste an meiner Arbeit. Das und die besondere Bindung, die ich und auch Silke zu den Kolleginnen und Kollegen in den Teilprojekten aufbauen, sind für mich das Besondere an der Arbeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein reibungsloser Verlauf ist Anna wichtig
© IQ Netzwerk Niedersachsen, RKW Nord GmbH

Silke: Diese Beziehung oder Verbindung zu den Menschen im IQ Netzwerk ist für mich auch das Besondere an unserer Arbeit. Mir gefällt neben stimmenden Zahlen auch der Kontakt mit den Menschen selbst. Wenn wir Termine hatten oder uns jemand aus den Teilprojekten hier besucht hat, das waren für mich immer schöne Momente. Ende September werde ich das Netzwerk verlassen, um wieder im Bereich Controlling zu arbeiten. Diese Momente und die Menschen werde ich besonders vermissen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Silke schätzt den Kontakt mit den Menschen
© IQ Netzwerk Niedersachsen, RKW Nord GmbH

Habt ihr selbst einen Migrationshintergrund oder schon einmal im Ausland gearbeitet?

Einen Migrationshintergrund haben wir beide nicht und auch im Ausland haben wir noch nicht gearbeitet. Als Finanzverwaltung sind die Berührungspunkte mit unserer Zielgruppe gering. Privat haben wir aber beide schon bei Freiwilligenarbeit mit Geflüchteten geholfen. Und nachdem wir das erste Diversity-Training mitgemacht hatten, waren wir sehr überrascht, wie komplex interkulturelle Arbeit ist. Was dieses Thema angeht, bewundern wir beide die Anerkennungs- und Qualifizierungsberaterinnen und -berater sehr. Eine Beraterin hat uns erzählt, dass sie sich ein Wörterbuch mit Bildern angeschafft hat. Wenn Ratsuchende kein Deutsch sprechen, funktioniert die Kommunikation über Bilder. Es ist schon bemerkenswert, wie die Beraterinnen und Berater das alles meistern.

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Silke alles Gute im neuen Job.
 

Das Interview führte Stefanie Müller.

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www.migrationsportal.de

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Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Daran arbeiten bundesweit Landesnetzwerke, die von Fachstellen zu migrationsspezifischen Schwerpunktthemen unterstützt werden. Das Programm wird in den ersten beiden Handlungsschwerpunkten aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert sowie durch das Land Niedersachsen kofinanziert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA). Der dritte Handlungsschwerpunkt wird aus Bundesmitteln finanziert.
 

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Das Landesnetzwerk Niedersachsen wird koordiniert durch:

www.rkw-niedersachsen.de

Sitz der Gesellschaft: Hannover
Eingetragen beim Amtsgericht Hannover
Handelsregister-Nr. HRB 211607
Geschäftsführer: Harm Wurthmann, Monika Opitz

 

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Stefanie Müller, Susanne Strothmann-Breiwe  
iqnetzwerk[at]rkw-nord.de  
Tel.: 0541/ 60 08 15 - 20  

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