Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Berufliche Anerkennung bedeutet, dass im Ausland erworbene Berufsqualifikationen mit einem ähnlichen deutschen Berufsabschluss verglichen und als gleichwertig anerkannt werden. Dies geschieht in einem gesetzlich geregelten Verfahren. Für Personen, deren Qualifikationen als nicht-gleichwertig beurteilt werden, besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer Anpassungsqualifizierung die volle Gleichwertigkeit zu erhalten. Dadurch werden ihre Chancen am deutschen Arbeitsmarkt verbessert. Für manche Berufe ist eine Anerkennung auch Voraussetzung, um den Beruf in Deutschland ausüben zu dürfen. 

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Was regelt das Anerkennungsgesetz?

Mit dem Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes (BQFG) am 1. April 2012 wurde erstmals ein allgemeiner Rechtsanspruch auf ein Anerkennungsverfahren für berufliche Qualifikationen geschaffen. Dieser Anspruch gilt unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus, wodurch sich insbesondere für Zugewanderte aus Drittstaaten neue Möglichkeiten einer beruflichen Anerkennung ergeben. Eine weitere Errungenschaft ist, das nun auch Personen, für deren Beruf keine Anerkennung per Gesetz vorgeschrieben ist, ihre Qualifikationen bewerten lassen können. Auf diese Weise machen sie ihre ausländischen Qualifikationen für hiesige Arbeitgeber vergleichbar und somit transparenter.

Wer kann das Anerkennungsverfahren durchlaufen?

Grundsätzlich hat jede Person das Recht, ein Verfahren zur Überprüfung der Gleichwertigkeit zu beantragen. Dieser Antrag kann sowohl im In- als auch Ausland gestellt werden. Voraussetzung ist der Besitz eines ausländischen Berufsabschlusses und die Absicht, eine Erwerbstätigkeit in Deutschland ausüben zu wollen. Jedoch werden immer noch bestimmte Anforderungen an folgenden Gruppen gestellt:

  • EU-Bürger – und damit auch Deutsche – haben aufgrund der Richtlinie 2005/36/EG einen Rechtsanspruch auf die Bewertung ihrer beruflichen Qualifikationen. Hierbei ist zu beachten, dass beabsichtigt wird, die Richtlinie zu überarbeiten. 
     
  • Spätaussiedler haben die Wahl zwischen dem neuen Verfahren nach dem BQFG oder dem bisherigen Anerkennungsverfahren gem. § 10 BVFG.
     
  • Drittstaatsangehörige haben einen Rechtanspruch auf ein Anerkennungsverfahren unabhängig von ihrer Staatszugehörigkeit und ihrem Aufenthaltsstatus nach dem Aufenthaltsgesetz.
     
  • Ausgeschlossen von diesem Verfahren sind un- oder angelernte Personen, die keinen Berufsabschluss aus einem anderen Staat besitzen.

>> Informationen zum Ablauf des Anerkennungsverfahrens

Welche Berufe sind vom Anerkennungsgesetz betroffen?

Unterschieden wird zwischen akademischen und nicht-akademischen Ausbildungen/Berufen und ob es sich um einen reglementierten oder nicht-reglementierten Beruf handelt. Nur im Fall eines reglementierten Berufs ist eine behördliche Anerkennung des erlangten Abschlusses zwingend erforderlich. Doch auch für nicht-reglementierte Berufe macht eine Anerkennung oftmals Sinn.

>> Auflistung der reglementierten Berufe

>> Informationen zum Anerkennungsverfahren einzelner Berufe

Was ist zu tun, wenn die Anerkennung meines Berufs nicht per Gesetz geregelt ist?

Die Mehrzahl aller Berufe gehört der Gruppe der nicht-reglementierten Berufe an. In diesen Fällen können sich Zuwanderer/innen unmittelbar auf dem Arbeitsmarkt bewerben. Damit Arbeitgeber die Abschlüsse besser beurteilen können, bietet es sich jedoch an, informelle Gutachten wie zweckfreie Bescheinigungen (Zeugnisbewertungen) einzuholen oder an Kompetenzfeststellungsverfahren teilzunehmen. Dies kann z. B. bei akademischen Berufen die Begutachtung der Zeugnisse durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) bei der Kultusministerkonferenz sein. 

Weitere Informationen

www.anerkennung-in-deutschland.de - Das offizielle Anerkennungsportal des Bundes

Weitere Informationen zum Thema Anerkennung finden Sie in der .