Das deutsche Ausbildungssystem

Eine Ausbildung in Deutschland ist ein hervorragender Weg, um Zugang zu zahlreichen interessanten Berufen zu erhalten. Die Chancen, eine Ausbildungsstelle zu finden, stehen außerdem sehr gut, da in Deutschland derzeit jährlich tausende Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Das deutsche duale Ausbildungssystem, das Theorie und Praxis verbindet, ist weltweit bekannt und Absolvent/-innen sind bei vielen Arbeitgeber/-innen hoch angesehen. Neben der dualen Ausbildung im Betrieb und der Berufsschule gibt es aber auch andere Formen der Ausbildung, wie die schulische Ausbildung und das duale ausbildungsorientierte Studium. Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen zu den verschiedenen Ausbildungsarten in Deutschland.

Die duale Ausbildung

Was ist eine duale Ausbildung?

Die duale Ausbildung - auch betriebliche Ausbildung genannt - ist die in Deutschland häufigste Form der Ausbildung. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie aus einer Kombination von Theorie und Praxis besteht. Dadurch werden Sie besonders gut auf ihren späteren Beruf vorbereitet, denn Sie lernen nicht nur theoretisches Fachwissen, sondern auch praktisches Wissen. Die duale Ausbildung wird an zwei Ausbildungsorten durchgeführt. Zum einen sind Sie in einem Unternehmen als Auszubildende/-r angestellt und lernen dort die praktische Arbeit des jeweiligen Berufs. Zum anderen besuchen Sie ein- bis zweimal in der Woche oder in längeren zusammenhängenden Blöcken eine Berufsschule und lernen dort die Theorie. Neben Themen, die speziell für Ihren Ausbildungsberuf wichtig sind, haben Sie in der Berufsschule auch Fächer wie Deutsch, Englisch, Sozialkunde etc.

Ausbildungsbeginn ist in der Regel der 1. August oder 1. September jeden Jahres und die duale Ausbildung dauert meistens zwischen zwei und dreieinhalb Jahre - abhängig vom Ausbildungsberuf. Sie kann unter bestimmten Voraussetzungen, zum Beispiel bei bestimmten Schulabschlüssen oder entsprechenden Leistungen während der Ausbildung, verkürzt werden. Nach der ersten Hälfte Ihrer Ausbildung müssen Sie eine Zwischenprüfung bestehen. Abgeschlossen wird die Ausbildung mit einer Abschlussprüfung.

Zugangsvoraussetzungen

Grundsätzlich kann jede/-r eine duale Ausbildung absolvieren, ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die Einstellungsvoraussetzungen, z. B. ob ein bestimmter Schulabschluss vorliegen muss, werden von den Ausbildungsbetrieben selbst festgelegt. Ein anerkannter Schulabschluss, gute Noten und angemessene Sprachkenntnisse können bei der Bewerbung helfen, sich gegen andere Bewerber/-innen durchzusetzen. Jugendliche unter 18 Jahren dürfen zudem nur in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen ausgebildet werden. Es gibt in Deutschland rund 350 staatlich anerkannte Ausbildungsgänge in ganz unterschiedlichen Branchen.
Nähere Informationen zu den Ausbildungsinhalten, den Zugangsvoraussetzungen, der Dauer der Ausbildung, der Höhe der Ausbildungsvergütung etc. der zahlreichen Ausbildungsgänge finden Sie im BERUFENET oder im BerufeTV der Bundesagentur für Arbeit.
Allgemeine Informationen zu den Zugangsvoraussetzungen finden Sie außerdem hier.

Finanzierung und Einkommen

Während der Ausbildung erhalten Sie eine Ausbildungsvergütung von dem Unternehmen, bei dem Sie arbeiten. Im Durchschnitt verdienen Auszubildende 795 € brutto. Die Höhe ist abhängig von dem jeweiligen Beruf, der Region und dem Lehrjahr. Wie hoch die Ausbildungsvergütung in den verschiedenen Ausbildungsberufen ist, können Sie der Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung entnehmen. Von diesem Geld wird ein Teil für Sozialversicherungen abgezogen. Wenn Sie mehr als 8.354 € im Jahr verdienen, müssen Sie auch Steuern zahlen.

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Die schulische Ausbildung

Was ist eine schulische Ausbildung?

Bestimmte Berufe - vor allem aus den Bereichen Gesundheit, Pädagogik und Gestaltung - kann man nur an Berufsfachschulen, Berufskollegs oder Fachakademien erlernen. Es gibt sowohl private als auch staatliche Schulen, die entsprechende Ausbildungen anbieten. Während staatliche Schulen kostenfrei sind, verlangen private Schulen Schulgeld. Die schulische Ausbildung findet überwiegend in der Schule statt und wird durch Praktikumsphasen ergänzt. Sie dauert meist ein bis dreieinhalb Jahre, abhängig vom angestrebten Abschluss. Eine Liste der Fachrichtungen, die Sie in Niedersachsen an Berufsfachschulen erlernen können, finden Sie hier.

Zugangsvoraussetzungen

Für eine schulische Berufsausbildung wird meist ein bestimmter Schulabschluss vorausgesetzt. Ob Ihr ausländischer Schulabschluss von der jeweiligen Schule anerkannt wird, entscheidet die Bildungsinstitution selbst. Es gibt in Niedersachsen keine formale Anerkennung von Schulabschlüssen. Sie bewerben sich bei Interesse mit Ihrem ausländischen Schulabschluss und im Rahmen des Bewerbungs- und Zulassungsverfahrens überprüft die Schule Ihre ausländischen Bildungsnachweise.
Außerdem gibt es oft ein Mindestalter und teilweise muss man Praktikumszeiten in dem Berufsfeld nachweisen. Nähere Informationen zu den Zugangsvoraussetzungen der verschiedenen schulischen Ausbildungsgänge erhalten Sie im KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.
Allgemeine Informationen zu den Zugangsvoraussetzungen finden Sie außerdem hier.

Finanzierung und Einkommen

Eine Ausbildungsvergütung erhält man bei einer schulischen Ausbildung in der Regel nicht. Die Ausnahme ist der Gesundheitsbereich, in dem Auszubildende während langer Praxisphasen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen arbeiten. Dort erhalten sie während der gesamten Ausbildung eine Vergütung. Außerdem kann man unter bestimmten Umständen finanzielle Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) erhalten oder sich - z.B. bei besonders guten Schulnoten - für ein Stipendium bewerben.

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Das duale ausbildungsintegrierende Studium

Was ist ein duales (ausbildungsintegrierendes) Studium?

Das duale ausbildungsintegrierende Studium ist im Gegensatz zu einem klassischen Studium stärker praxisorientiert und weniger wissenschaftlich ausgerichtet. Es verbindet ein Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie mit einer Ausbildung in einem Unternehmen und kombiniert so theoretisches Wissen mit praktischen Kenntnissen aus dem Unternehmensalltag. Die Hochschule bzw. Berufsakademie kooperiert dabei eng mit dem Unternehmen. Bei erfolgreicher Absolvierung erhalten Sie sowohl einen akademischen Abschluss von der Hochschule als auch einen berufsqualifizierenden Abschluss vom Betrieb. Diese Kombination eröffnet den Absolvent/-innen gute Arbeitsmarkt- und Karrierechancen. Vor allem im kaufmännischen oder technischen Bereich wird dieses duale Studium zunehmend angeboten. Rund 700 duale Studiengänge gibt es bereits in Deutschland. Das duale ausbildungsintegrierende Studium dauert in der Regel drei bis fünf Jahre. Die berufliche Ausbildung ist dabei oft auf zwei Jahre verkürzt, damit genügend Zeit für das Studium bleibt.

Zugangsvoraussetzungen

Für diese Kombination aus Hochschulstudium und Ausbildung in einem Unternehmen brauchen Sie eine Hochschulzugangsberechtigung. Welche Zugangsvoraussetzungen im Einzelnen relevant sind, erfragen Sie am besten direkt bei der jeweiligen Hochschule bzw. Berufsakademie.
Ob Ihr ausländischer Schulabschluss dem der deutschen Hochschulreife entspricht, überprüft die jeweilige Hochschule selbst. Es gibt in Niedersachsen keine formale Anerkennung von Schulabschlüssen. Sie bewerben sich zunächst bei einem Unternehmen, welches Sie in den Praxisphasen ausbildet und schließen einen Ausbildungsvertrag mit dem Unternehmen. Anschließend schreiben Sie sich an der Hochschule ein, mit der das Unternehmen kooperiert.
Allgemeine Informationen zu den Zugangsvoraussetzungen finden Sie hier.

Finanzierung und Einkommen

In der Zeit, die Sie im Unternehmen verbringen, erhalten Sie eine Vergütung wie Auszubildende. Siehe dazu Finanzierung und Einkommen in der dualen Ausbildung. Studiengebühren, die bei einem normalen Studium anfallen, werden außerdem direkt mit dem Ausbildungsgehalt verrechnet, so dass hier keine Extrakosten anfallen. Zudem besteht die Möglichkeit, eine Studienfinanzierung wie z.B. BAföG zu beantragen.

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Weiterführende Informationen

Informationen zu alternativen Ausbildungsformen erhalten Sie auf den Seiten von Ausbildung.net

Weitere Informationen zu dem Thema Ausbildung finden Sie in der .