Mitarbeiter finden

Sie suchen Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter und konnten bisher Ihre ausgeschriebene Stelle nicht besetzen? Zwei Möglichkeiten können sein:

1. Gezielt bei in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten werben

Rund 15 Prozent der Bevölkerung Niedersachsens hat einen Migrationshintergrund. Durch gezielte Ansprache von Bewerberinnen und Bewerbern mit Migrationshintergrund können Betriebe qualifizierte Fachkräfte auf einem umkämpften Bewerbermarkt gewinnen. Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ist das ein Vorteil, die mit markenwirksamen Großunternehmen um die gleiche Gruppe junger Fachkräfte konkurrieren.

Neue Mitarbeiterzielgruppe finden

Folgende Fragen sollten Sie sich vor Einstellungen beantworten:

  • Welche Nationalitäten sind in Ihrer Stadt/Region am stärksten vertreten? (Informationen hierzu gibt es in der Regel bei Ihrer Stadtverwaltung.)
  • Welche Sprach- und Kulturgruppen sind interessant für Sie, weil Sie auch verstärkt bei deren Mitgliedern mit Ihrem Unternehmen bekannt sein möchten?
  • Haben Sie bereits jemanden im Unternehmen mit bestimmten Sprachkenntnissen, der neuen Kolleginnen oder Kollegen bei der Einarbeitung behilflich sein kann?
  • Planen Sie, neue Märkte im Ausland zu erschließen?

Zeigen Sie Vielfalt – in der Stellenanzeige, im Internet, in Ihrer Region

Kennen Sie Ihre neuen Zielgruppen, können Sie Ihre Rekrutierungs- und sonstigen Aktivitäten zur Platzierung Ihres Unternehmens und seiner Stärken planen:

  • Lassen Sie Stellenangebote in die Zielsprachen übersetzen und platzieren Sie diese auf Ihrer Homepage. Durch professionelle Suchmaschinenoptimierung können Sie dafür sorgen, dass Ihr Unternehmen durch die Eingabe bestimmter Begriffe leicht aufzufinden ist.
  • Formulieren Sie in Ihrer Stellenanzeige beispielsweise: „Wir freuen uns über Bewerberinnen und Bewerber mit Russisch-, Türkischkenntnissen.“ usw.
  • Sie verfügen schon über Mitarbeitervielfalt im Unternehmen? Zeigen Sie Bilder Ihrer Belegschaft auf der Website oder zitieren Sie Mitarbeitende mit Migrationshintergrund, warum es sich lohnt, gerade für Sie zu arbeiten.
  • Platzieren Sie Ihr Unternehmen bei Xing, Twitter und Facebook und posten Sie regelmäßig Neuigkeiten aus der Firma, Stellenanzeigen usw. Dies gewährleistet stetiges Interesse an Ihrem Unternehmen, unabhängig von Ihrem aktuellen Personalbedarf.

Ausländische Hochschulabsolvierende mit deutschem Abschluss ansprechen

Sie suchen akademische Fachkräfte? Sprechen Sie gezielt ausländische Studierende an, die an deutschen Hochschulen ihren Abschluss erwerben werden. Diese könnten bei Ihnen ein studienbegleitendes Praktikum absolvieren oder ihre Abschlussarbeit zu einem praxisrelevanten Thema in Ihrem Unternehmen schreiben. So erreichen Sie bereits frühzeitig eine Bindung der bzw. des potenziellen Angestellten an Ihre Firma und können schon während des Studiums von ihrem bzw. seinem Know-how profitieren. Die Einstellung von Graduierten inländischer Universitäten hat viele Vorteile:

  • Bei Bewerberinnen und Bewerbern aus Drittstaaten mit deutschem Abschluss entfällt die Erteilung der Arbeitserlaubnis. Die zuständige Ausländerbehörde muss lediglich eine Aufenthaltserlaubnis bewilligen, sofern ein Arbeitsvertrag vorliegt.
  • Es können generell bessere Sprachkenntnisse als bei (Neu-) Zugewanderten vorausgesetzt werden.
  • Die Stellenanwärterinnen bzw. Anwärter haben in Deutschland bereits Wurzeln geschlagen. Sie kennen die Kultur, verfügen über ein soziales Netzwerk und haben die ersten Schritte in Deutschland (z.B. Wohnungssuche, Kranken-versicherung) erfolgreich gemeistert.
  • Die meisten Hochschulen verfügen mittlerweile über eigene Praktikums- und Jobbörsen und schalten Ihre Stellenanzeige in der Regel kostenfrei über den sog. Career Service, das Praktikums- und Berufseinstiegsbüro für Studierende und Absolventinnen und Absolventen. Der Career Service wendet sich auf Wunsch gezielt an Studierende und organisiert regelmäßig Unternehmenskontaktveranstaltungen.

Auszubildende mit Migrationshintergrund gewinnen

Auch für eine Ausbildung in Ihrem Betrieb kann die Gewinnung junger Menschen mit Migrationshintergrund viele Vorteile mit sich bringen. Um den Übergang der Jugendlichen von der Schule in Ihr Unternehmen möglichst fließend zu gestalten, ist es sinnvoll, frühzeitig mit Schulen oder der Agentur für Arbeit in Kontakt zu treten. Stellen Sie Ihr Unternehmen vor und bieten Sie Schüler/-innen die Möglichkeit, Ihren Betrieb zu besichtigen.

Praktika können ein guter Weg sein, die Zusammenarbeit mit interessierten Jugendlichen auszuprobieren. So können Sie die potentiellen zukünftigen Auszubildenden kennenlernen und diese können sich auf niedrigschwelligem Weg ein Bild von Ihrem Unternehmen verschaffen.

Bei den KAUSA-Servicestellen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erhalten Sie Beratung und Unterstützung zur Anwerbung und Einstellung von Auszubildenden mit Migrationshintergrund. Auf der interaktiven KAUSA-Landkarte erfahren Sie, wo sich in Ihrer Nähe eine Servicestelle befindet.

Geflüchtete Fachkräfte

Wenn in Deutschland von Fachkräften die Rede ist, hat man meist – wenn auch ungewollt – den spanischen Ingenieur oder die Krankenpflegerin aus Polen vor Augen. An die geduldete Erzieherin aus dem Iran oder den vor dem syrischen Bürgerkrieg geflüchteten Chirurgen denken unterdessen die Wenigsten. Geflüchtete werden im Kontext der Fachkräftesicherung weitgehend ausgeblendet. Dabei gibt es unter ihnen viele, die bereits eine Ausbildung oder ein Studium im Herkunftsland absolviert haben und (hoch) qualifizierte Arbeitskräfte sind.

Das IQ Netzwerk Niedersachsen setzt sich dafür ein, dass qualifizierte Geflüchtete, Asylsuchende und Geduldete stärker als bislang als potenzielle Fachkräfte mitgedacht werden. Sie stellen nicht nur durch ihre Qualifikationen einen großen Gewinn für Unternehmen dar, sondern kennen, da viele von ihnen schon länger im Land sind, ihre Städte und Gemeinden gut und bringen häufig erste Kenntnisse über unsere Sprache und Kultur mit.
Weitere Informationen zu diesem Thema bietet außerdem die Seite von Kofa.

>> Weitere Informationen zur Beschäftigung von Geflüchteten

Trennlinie

2. Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat im Vergleich zu ihren Auswirkungen auf die südeuropäischen Volkswirtschaften wenige Spuren auf dem deutschen Arbeitsmarkt hinterlassen. Als Folge sind viele qualifizierte junge Europäerinnen und Europäer bereit, eine Arbeit in Deutschland aufzunehmen. Trivial ist das allerdings nicht, Sie sollten sich als Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber zuerst die folgenden Fragen stellen: In welchen Ländern verfügen die Menschen über eine qualitativ gute Ausbildung in dem einschlägigen Berufsfeld, das Sie brauchen? Wo sind die Menschen bereit, für ein neues Arbeitsverhältnis in Deutschland ihre Heimat zu verlassen?

Strukturen der Bundesagentur für Arbeit und ausländische Jobbörsen nutzen

Gerade KMU gewinnen ihre Mitarbeitenden über persönliche Netzwerke oder die klassische Stellenanzeige. Waren Sie auf diesem Weg nicht erfolgreich, sollten Sie in jedem Fall den Regionalen Arbeitgeberservice (AGS) der Agentur für Arbeit kontaktieren, Ihren Personalbedarf formulieren und eine Stellenanzeige in der Jobbörse schalten. Der AGS informiert Sie über geeignete Bewerberinnen und Bewerber aus Ihrer Region sowie ggf. über Fördermöglichkeiten wie den Eingliederungszuschuss. Darüber hinaus stellt er Kontakt zur Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Agentur für Arbeit her, sofern Sie Ihr Interesse an Bewerbungen aus dem Ausland deutlich machen. Übersetzte Stellenausschreibungen – Englisch ist häufig ausreichend – können Sie in ausländischen Medien und Jobbörsen einstellen. Mit Englisch als der Verkehrssprache Nummer eins sollten potenzielle Mitarbeitende aus dem Ausland jedoch mindestens zurechtkommen, um die ersten Monate in der neuen Position in Deutschland einsatzfähig zu sein. Prüfen Sie, ob dies bei Zugewanderten aus südeuropäischen Ländern wie Italien oder Spanien der Fall ist. Deutsch wird immer seltener von den Schülerinnen und Schülern in anderen europäischen Ländern als zweite Fremdsprache nach Englisch gewählt.

Das EURES-Portal, die Jobbörse der europäischen Arbeitsverwaltungen und der Europäischen Kommission, bietet KMU die Möglichkeit, sich über die Arbeitsmarktdaten in europäischen Ländern zu informieren und Stellenanzeigen zu veröffentlichen. Dort erhalten Sie außerdem Kontakt zum nächstgelegenen EURES-Berater vor Ort, der Ihnen bei der Personalsuche helfen kann.

Sich an bestehenden Zuwanderungsprojekten beteiligen

In Niedersachsen haben Sie die Möglichkeit, an bestehenden Projekten teilzunehmen, die internationale Fachkräfte ins Land holen. Dies ist eine einfache Möglichkeit, als Unternehmerin bzw. Unternehmer gemeinsam mit anderen vorhandene Förderstrukturen zu nutzen.

Eine Unternehmerreise oder ein eigenes Projekt initiieren

Aufwendig, aber zielgerichtet kann es sein, in Eigenregie Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Ob sich dies lohnt, hängt von Ihren Bedarfen, der Größe Ihres Unternehmens und den hierzu zur Verfügung stehenden Ressourcen ab. Aufwand und Nutzen können in einer guten Relation stehen, wenn Sie einen sehr hohen Bedarf an spezialisierten Fachkräften haben und über die Möglichkeit verfügen, einen (pädagogischen) Ansprechpartner für die neuen Mitarbeitenden und das Projekt zu stellen.

Informationen und Beratung zu Unternehmerreise zur Fachkräftegewinnung aus dem Ausland bietet das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft gGmbH in Hannover: Tel. 0511  96167 - 36.

Trennlinie

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie in der   .