Glossarartikel: Engpassberuf

Ein Engpassberuf bezeichnet einen Beruf, in dem Engpässe an Fachkräften bestehen. Fachkräfteengpässe entstehen, wenn in einer Region und in einem Beruf die Nachfrage nach Fachkräften das Angebot an Fachkräften kurzfristig übersteigt. Von einem Mangel an Fachkräften wird dagegen erst dann gesprochen, wenn dauerhaft Engpässe vorliegen. Zur Bestimmung eines Engpasses reicht die Untersuchung eines Zeitpunktes aus.

Fachkräfteengpässe machen sich derzeit in vielen Unternehmen bereits in Form von Rekrutierungsschwierigkeiten bemerkbar. Sie betreffen auch viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Im Dezember 2012 gab es 111 Engpassberufe auf allen drei Anforderungsniveaus: bei Berufen für Personen mit abgeschlossener Ausbildung, bei Personen mit dem Abschluss einer Fortbildung und bei Berufen für Akademiker/innen. Vor allem in technischen Berufen und in Berufen im Gesundheitswesen fehlte qualifiziertes Personal. Betrachtet man Berufsfelder – also Berufsgattungen von Berufen mit ähnlichen Merkmalen – fanden sich die meisten Engpassberufe in den Berufsfeldern Energie und Elektro sowie Maschinen- und Fahrzeugtechnik. Hier lagen in mehr als der Hälfte aller Berufsgattungen Engpässe vor. Auch im Berufsfeld Metall war knapp die Hälfte aller Berufe betroffen. Nur in geringem Maße bestanden Engpässe dagegen in den Berufsfeldern Unternehmensorganisation und Verwaltung, Verkauf und Tourismus sowie Sprache, Wirtschaft und Gesellschaft. Überhaupt keine Engpassberufe wiesen die Berufsfelder Landwirtschaft und Gartenbau, Rohstoff, Glas und Keramik, Papier und Druck, Textil und Leder, Lebensmittel sowie Militär auf.[1]

 


[1] BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) (2013): Engpassanalyse 2013. Besondere Betroffenheit in den Berufsfeldern Energie und Elektro sowie Maschinen- und Fahrzeugtechnik, S. 4-5. Online verfügbar unter https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Ausbildung-und-Beruf/engpassanalyse-2013.html, zuletzt geprüft am 22.03.2017.