Das Förderprogramm IQ

    Hintergrund und gesellschaftliche Bedeutung des Förderprogramms

    In Niedersachsen haben ca. 16% der Menschen eine Zuwanderungsgeschichte. Es ist die Aufgabe der Politik, Strukturen zu schaffen, die  nachhaltig die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei die Einbindung in den Arbeitsmarkt. Aufgrund von rechtlichen oder sprachlichen Barrieren und nicht zuletzt durch die oftmals nicht anerkannten Berufsabschlüsse ist der Einstieg ins Erwerbsleben für viele Migrantinnen und Migranten hierzulande erschwert. Die Folge ist, dass Zugewanderte in Niedersachsen doppelt so häufig von Erwerbslosigkeit betroffen sind wie Deutsche.

    Auftrag und Förderer

    Um den Prozess der Arbeitsmarktintegration von und für Migrantinnen und Migranten zu verstärken und um die vielfältigen Integrationsbemühungen zu koordinieren und effizienter zu gestalten, wurde 2005 das bundesweite Förderprogramm  „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ auf den Weg gebracht. 

    Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert sowie durch das Land Niedersachsen kofinanziert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).  

                                    

    Koordination und Struktur

    Auf der Ebene der Bundesländer wird das Förderprogramm von insgesamt 16 Landesnetzwerken umgesetzt. Die zentrale Steuerung und Koordinierung dieser Netzwerke erfolgt durch die Entwicklungsgesellschaft für berufliche Bildung mbH (ebb) und die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH). Sie bilden das IQ Multiplikatorenprojekt Transfer (MUT IQ), welches die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Programm unterstützt, den Transfer guter Praxis innerhalb und außerhalb des Programms fördert und für die öffentlichkeitswirksame Darstellung des Förderprogramms IQ sorgt . Gemeinsam mit den Fachstellen kommuniziert es die Arbeitsergebnisse von IQ in die Ministerien, die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Fachöffentlichkeit. „Anerkennung in Deutschland“ ist das mehrsprachige Portal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen. Das Projekt arbeitet in enger Kooperation mit dem Förderprogramm IQ. Sie gewährleisten den Fachaustausch und Informationstransfer zwischen den Landesnetzwerken und gegenüber den Institutionen auf Bundesebene.

    Fachlich beraten und begleitet werden die Landesnetzwerke durch fünf bundesweit agierende Fachstellen, die sich jeweils mit einem Themenfeld beschäftigen:

      Referenzrahmen: Prozesskette - Wege in den Arbeitsmarkt

      Dem Verfahren der Integration liegt das Modell der sog. Prozesskette zugrunde. Es beschreibt die Möglichkeit der Verzahnung verschiedener Integrationsangebote und die Vernetzung der beteiligten Akteure. Das IQ Förderprogramm gibt hierzu den Prozess optimierende Handreichungen, Impulse, Konzept- und Praxisanregungen für die ganze Breite der Integrations- und Migrationsarbeit. Ziel dabei ist es, Menschen mit Migrationshintergrund zu begleiten und ihnen die notwendige bzw. passgenaue (individuelle) Unterstützung zur beruflichen Integration in den Arbeitsmarkt zu bieten. Wichtig dabei ist, dass die Akteure koordiniert sind und die Zielgruppe erreichen. Dadurch werden Doppelförderungen oder Förderungen ohne Anschluss vermieden. Akteure in diesem Sinne können sein:

      • Öffentliche Arbeitsmarktdienstleister
      • Arbeitsagenturen
      • Grundsicherungsstellen
      • kommunale Stellen
      • Bildungs- und Sprachkursträger
      • Träger der Migrationsberatung und der Integrationskurse
      • projektfinanzierte Beratungseinrichtungen
      • Migrantenorganisationen

      Die aus fünf unterschiedlichen Kettengliedern bestehende Prozesskette muss nicht in jeder Phase durchgeführt werden. Es ist vielmehr möglich, einzelne Phasen zu überspringen.

      1. Zugang, Ansprache und Information

      Phase 1 der Prozesskette

      In dieser Phase geht es um Zugang zu Information und Beratungsangeboten für einen beruflichen (Wieder-)Einstieg oder eine berufliche Weiterentwicklung der Migranten. Das Spektrum reicht von Informationen zu ausländerrechtlichen Bestimmungen, vor allem aber zu den Spielregeln auf dem Arbeitsmarkt, Formalitäten, die bei der Arbeitsplatzsuche und bei Bewerbungen zu beachten sind, bis zum Stellenwert von Angeboten zur Qualifizierung und von Sprachkursen. 

      2. Berufliche Orientierung und Planung

      Phase 2 der ProzessketteDiese Phase dient der Entwicklung beruflicher Perspektiven auf Grundlage einer vertieften Orientierung der beruflichen Entfaltungsmöglichkeiten. Es sollen Kriterien für eine aktive Suchorientierung nach passenden, entwicklungsfördernden und existenzsichernden Arbeitsplätzen entwickelt werden. Am Ende dieses Prozesses sollen auch konkrete berufliche Perspektiven stehen. Daher kommen Angebote zur beruflichen Beratung, zur Kompetenzfeststellung und zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen zum Einsatz.
       

      3. Umsetzung und Qualifizierung

      Phase 3 der ProzessketteIn dieser Phase soll eine Verbesserung der individuellen Arbeitsmarktchancen der Migranten durch Qualifizierungen erreicht werden. Dies kann in Trainingsmaßnahmen, berufsbezogenen Deutschkursen, Anpassungs- und Nachqualifizierungen oder auch in anspruchsvollen abschlussorientierten Weiterbildungen geschehen.

       

      4. Einstieg in die Erwerbstätigkeit

      Phase 4 der ProzessketteIm Mittelpunkt der Bemühungen steht die Gestaltung eines der individuellen Qualifikation angemessenen Einstiegs in die Berufstätigkeit. Dazu können Bewerbungs- und Vermittlungsangebote oder auch die Vermittlung von Praktikumsplätzen hilfreich sein. Weiterhin ist die Sensibilisierung der Unternehmen zur Einstellung von Migrantinnen und Migranten zu fördern. Hierbei kann das IQ Netzwerk Hilfestellung geben.
       

      5. Erwerbstätigkeit sichern und entwickeln

      Phase 5 der ProzessketteGegenstand der Bemühungen sind hier die Sicherung und Weiterentwicklung der Erwerbstätigkeit unabhängig von staatlichen Transferleistungen. Zu diesem Zweck bieten sich betriebliche Qualifizierungsangebote oder Beratungen zur Stabilisierung der Existenzgründung an.

       

      Weitere Informationen

      IQ Fact Sheet - Zahlen Daten Fakten Das Förderprogramm IQ auf einen Blick
      IQ Fact Sheet - Zahlen Daten Fakten Das Förderprogramm IQ in Zahlen