IQ Netzwerk Niedersachsen - Newsletter 1/ 2016

Liebe interessierte Leserinnen und Leser,

hiermit erhalten Sie den ersten Newsletter des
IQ Netzwerkes Niedersachsen im Jahr 2016!

Wir wünschen allen viel Spaß beim Lesen!

Ihr IQ Team!

 


© IQ Netzwerk Niedersachsen

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Pflegekräfte gesucht - Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Fachtag zum Thema Rekrutierung ausländischer Fachkräfte „Woher nehmen, wenn nicht stehlen?“ so lautet der treffende Titel einer Studie zum Fachkräftemangel in der Pflegebranche. Die Menschen in Deutschland werden immer älter und die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Aber was können Kranken- und Altenpflegeeinrichtungen tun, um dieser Entwicklung zu begegnen? Um genau darüber zu diskutieren, trafen sich Experten und Interessierte am 15. Februar in Hannover beim Fachtag „Internationale Pflegekräfte in niedersächsischen Einrichtungen – Herausforderungen & Chancen“ des IQ Netzwerkes Niedersachsen. mehr

Neue Beratungsstelle im Emsland Unser IQ Landesnetzwerk wächst weiter! Seit dem 1. Februar unterstützt Jörg Breukelmann unsere Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung. Sein neues Büro im Jobcenter des Landkreises Emsland in Meppen hat er bereits bezogen. Von hier aus wird er in Zukunft die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung für den gesamten Landkreis Emsland übernehmen. mehr

Ohne Sprache, mit zwei Kindern und drei Koffern nach Deutschland - Interview mit erster VIONA Teilnehmerin Als Judita Gröning vor rund 16 Jahren nach Deutschland kam, konnte sie kein Wort Deutsch. Ihr Mann hat deutsche Wurzeln und gemeinsam hatten sie sich damals entschieden nach Bad Bentheim zu ziehen. Frau Gröning ist die erste Teilnehmerin an einer „Qualifizierung im virtuellen Klassenzimmer“ im Rahmen des IQ Netzwerkes Niedersachsen.  mehr

Schon wieder Montag...heute.de berichtet über Förderprogramm IQ Für die heute.de Reihe „Schon wieder Montag…“ hat Journalist Ralf Lorenzen den Leiter der Fachstelle Beratung und Qualifizierung in Nürnberg, Ottmar Döring, interviewt. Döring erklärte im Interview wie die Anerkennung von Berufsabschlüssen funktioniert und wo die größten Hindernisse liegen. mehr

Anerkennungsverfahren werden einfacher - Rechtsanspruch auf unabhängige Beratung Passend zum heute.de Artikel gibt es Neues in Bezug auf die Berufsanerkennung. Am 2. Februar wurde eine Gesetzesänderung zum Niedersächsischen Berufsqualifizierungsfeststellungsgesetz (NBQFG) für den Landtag freigegeben. Diese Änderung wird die Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen verbessern. mehr

Schränkeweise Paragraphen, Regelungen und Gesetze - Claudius Voigt gibt Auskunft über das Aufenthaltsrecht in Deutschland „Aufenthaltsrecht und Zugang zur Erwerbstätigkeit von Drittstaatsangehörigen und Flüchtlingen“ – das klingt interessant und kompliziert, besonders für uns Neulinge im IQ Netzwerk. Meine Kolleginnen und ich sind seit dem 4. Januar im IQ Team. Also haben wir uns vorbildlich für die Schulung „Ausländerrechtliche Grundlagen“ angemeldet, die speziell für alle niedersächsischen IQ Mitarbeitenden  organisiert wurde. mehr

Verschiedene Wohnorte, gemeinsames Lernen - Projekt Online Krankenpflege erfolgreich gestartet Zwölf Gesundheits- und Krankenpflegekräfte starteten im Oktober 2015 mit dem ersten Modul der Qualifizierungsmaßnahme „Online Krankenpflege“ in Trägerschaft der Akademie Überlingen. Die Teilnehmenden aus Peru, Russland, Kasachstan, Serbien, Mazedonien, Rumänien und Bolivien haben das Ziel, ihre im Ausland erworbene Krankenpflegeausbildung in Deutschland anerkennen zu lassen. mehr

Berufliche Integration größter Wunsch unter anerkannten Flüchtlingen und Asylberechtigten - Studie "Integration von Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen" des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge  Die Medien berichten täglich über die Situation gerade Geflüchteter.  Viele dieser Menschen befinden sich nach der Flucht im Asylverfahren. Aber was kommt nach dem Asylverfahren, wenn aus Geflüchteten anerkannte Flüchtlinge oder Asylberechtigte werden? Wie sieht die Lebenssituation der Menschen aus, von denen wir nicht täglich in den Medien lesen? mehr

Das niedersächsische Handwerk startet mit Geflüchteten und Asylbewerberinnen und Asylbewerbern in die Ausbildung Die niedersächsischen Handwerkskammern haben sich für 2016 ein gemeinsames Projekt auf die Fahnen geschrieben. In einer gebündelten Aktion haben sie ein Integrationsprojekt initiiert, das Geflüchtete und Asylbewerberinnen und Asylbewerber sowie Unternehmen auf dem Weg in eine Ausbildung begleiten soll: IHAFA – „Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber“. mehr

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Pflegekräfte gesucht - Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Fachtag zum Thema Rekrutierung ausländischer Fachkräfte

„Woher nehmen, wenn nicht stehlen?“ so lautet der treffende Titel einer Studie zum Fachkräftemangel in der Pflegebranche. Die Menschen in Deutschland werden immer älter und die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Aber was können Kranken- und Altenpflegeeinrichtungen tun, um dieser Entwicklung zu begegnen? Um genau darüber zu diskutieren, trafen sich Experten und Interessierte am 15. Februar in Hannover beim Fachtag „Internationale Pflegekräfte in niedersächsischen Einrichtungen – Herausforderungen & Chancen“ des IQ Netzwerkes Niedersachsen. Harm Wurthmann, Geschäftsführer der RKW Nord GmbH, Träger des IQ Netzwerkes, freute sich über die zahlreichen Teilnehmenden und begrüßte besonders Cornelia Rundt, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Die Ministerin eröffnete die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag.

   
 

v.l. Rainer Bußmann (Koordinator IQ Netzwerk Niedersachsen), Cornelia Rundt (Niedersächsische Ministerin
für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung), Harm Wurthmann (Geschäftsführer RKW Nord GmbH) 
© IQ Netzwerk Niedersachsen

 

„Das Thema Fachkräftesicherung ist eine der großen Zukunftsfragen. Daher ist es wichtig, alternative Wege über die „klassischen“ Möglichkeiten der Ausbildung und Personalbindung hinaus zu gehen“, erklärte Rundt. Der Fachkräftemangel sei in der Pflegebranche längst Realität. Pflegebetriebe hätten schon jetzt Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden, aber nur wenige gehen bei der Fachkräfterekrutierung den Weg ins Ausland, zitierte Ministerin Rundt eine aktuelle Bertelsmann-Studie. Nicht nur die gezielte Suche nach Personal im Ausland könne helfen, auch die Rahmenbedingungen und Verdienstmöglichkeiten, besonders in der Altenpflege, müssen verbessert werden, betonte die Ministerin.

Einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung zufolge meldet die Pflegebranche bereits jetzt einen großen Bedarf an Personal, rund 60 Prozent der Pflegebetriebe haben Vakanzen. Durchschnittlich sind 4,3 Stellen unbesetzt, aber nur ein Sechstel der 600 befragten Betriebe suchen potentielle Arbeitskräfte im Ausland. Zu teuer, zu aufwendig oder rechtlich zu schwierig, findet die Hälfte der Befragten.

 

Dass dies in der Praxis nicht immer der Fall sein muss, erklärte Rainer Bußmann, Koordinator des IQ Netzwerkes Niedersachsen auf dem Fachtag in Hannover. „Viele Einrichtungen rekrutieren schon jetzt erfolgreich ihre Fachkräfte im Ausland“, so Bußmann. „Die soziale und berufliche Integration sind hierbei untrennbar und Qualitätsstandards helfen, dies zu realisieren“, erklärte er weiter.

Bestätigt wurde diese Einschätzung auch von weiteren Expertinnen und Experten, die in Fachvorträgen von ihren Erfahrungen berichteten. Zu ihnen gehörte auch Iris Meyenburg-Altwarg, die als Geschäftsführerin Pflege der Medizinischen Hochschule Hannover bereits mehrfach polnische, ukrainische oder spanische Kräfte eingestellt hat.

 

© IQ Netzwerk Niedersachsen   

Man müsse sich im Vorfeld klar machen, dass man nicht einfach so ins Ausland fährt, eine Pflegekraft mitnimmt und sie dann von Beginn an auf dem gleichen Niveau wie eine inländische Fachkraft einsetzen könne. Aber wenn Vorbereitung, Rahmenbedingungen und Zeitplan stimmen, seien die Chancen gut, qualifizierte und motivierte Mitarbeitende zu finden.
Anschließend tauschten sich die Teilnehmenden über hilfreiche Tipps und Tricks aus. Wie können diese Rahmenbedingungen gestaltet und mögliche Stolpersteine erfolgreich umgangen werden? Gesprochen wurde über Möglichkeiten zur Anerkennung im Ausland erworbener Berufsabschlüsse, über Erfahrungen zum bestmöglichen Spracherwerb bis hin zur „Vorbereitung“ des eigenen Hauses zum Beispiel durch Diversity Management Schulungen für Führungskräfte und Belegshaft. Am Ende kamen dann viele der ungefähr 120 Teilnehmenden zu dem Ergebnis, das Harm Wurthmann, Geschäftsführer der RKW Nord GmbH, bereits zu Beginn des Fachtages in den Raum gestellt hatte: „Unterschiedliche Wege und Herausforderungen bei der Anwerbung und Integration internationaler Fachkräfte gibt es einige, aber auch mindestens genauso viele Lösungen, Unterstützungsangebote und Chancen.

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Neue Beratungsstelle im Emsland

Unser IQ Landesnetzwerk wächst weiter! Seit dem 1. Februar unterstützt Jörg Breukelmann unsere Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung. Sein neues Büro im Jobcenter des Landkreises Emsland in Meppen hat er bereits bezogen. Von hier aus wird er in Zukunft die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung für den gesamten Landkreis Emsland übernehmen.

„Mit unserer insgesamt 14. Beratungsstelle schließen wir die letzte größere Beratungslücke in Niedersachsen“, so Rainer Bußmann, der Koordinator des Landesnetzwerkes. „Insbesondere im Emsland sind die Wege weit und der Fachkräftebedarf hoch. Daher war es uns wichtig auch hier ein dauerhaftes Vor-Ort-Angebot zu schaffen.“ Gerade weil das Emsland so groß ist, werden nach Bedarf auch Beratungstermine in den Außenstellen des Landkreises, sowohl in Lingen als auch in Aschendorf, angeboten. Bisher wurde das gesamte Emsland von Nordhorn aus mit versorgt. Auch die dortige langjährige Beraterin Sabine Stockhausen sieht die zusätzliche Unterstützung positiv, kann sie sich doch jetzt wieder vermehrt auf die Grafschaft Bentheim konzentrieren.

Jörg Breukelmann freut sich ebenfalls auf seine neue Aufgabe: „Ich habe selbst eine Zeit lang im Ausland gearbeitet und kann mir daher gut vorstellen, welche Bedeutung die Anerkennung ihres Berufs- oder Studienabschlusses für die Ratsuchenden hat. Daher freue ich mich sehr, sie zukünftig auf ihrem Weg möglichst zu einer vollständigen Anerkennung beraten und unterstützen zu können.“

Doch nicht nur im äußersten Westen von Niedersachsen wurde das Beratungsangebot seit Beginn des Jahres ausgebaut, auch andere bereits länger bestehende Beratungsstellen wurden und werden personell durch zusätzliche Beratungskapazitäten aufgestockt, so zum Beispiel in Göttingen, Osnabrück  oder Lüneburg. Fast alle niedersächsischen Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen werden zudem mit einem Back Office ausgestattet. „Wir versprechen uns davon, unsere Beratungsexpertinnen und –experten ein Stück weit von organisatorischen Aufgaben zu entlasten und die Wartefristen auf Termine deutlich verkürzen zu können“, so Bußmann.

Möglich ist dieser weitere Ausbau der Beratungsstruktur übrigens nur, weil das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung  seine Förderung im Vergleich zum Vorjahr erheblich  aufstockt, „dafür sind wir dem Land Niedersachsen sehr dankbar“, so der Projektkoordinator.

 


 

v.l. Rainer Bußmann (Koordinator IQ Netzwerk Niedersachsen) und Hans Hannen (Leiter Jobcenter Emsland) begrüßen den neuen Berater Jörg Breukelmann (Mitte)
© IQ Netzwerk Niedersachsen 

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Ohne Sprache, mit zwei Kindern und drei Koffern nach Deutschland - Interview mit erster VIONA Teilnehmerin

Als Judita Gröning vor rund 16 Jahren nach Deutschland kam, konnte sie kein Wort Deutsch. Ihr Mann hat deutsche Wurzeln und gemeinsam hatten sie sich damals entschieden, nach Bad Bentheim zu ziehen. Frau Gröning ist die erste Teilnehmerin an einer „Qualifizierung im virtuellen Klassenzimmer“ im Rahmen des IQ Netzwerkes Niedersachsen. Mittels der Virtuellen Online Akademie (VIONA®), bietet das Institut für Berufliche Bildung AG (IBB) eine Reihe unterschiedlicher Qualifizierungsmaßnahmen, um im Anerkennungsprozess von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen fehlende Kenntnisse auszugleichen. Mit diesen Angeboten erhöhen sich die Chancen der Teilnehmenden auf eine volle Anerkennung ihrer Abschlüsse.

Für uns hat Frau Gröning ein paar Fragen beantwortet, um von ihren Erfahrungen zu berichten –  getroffen haben wir uns übrigens auch im virtuellen Klassenzimmer. 

Frau Gröning, wie war es für Sie, als Sie im März 2000 nach Deutschland gekommen sind?

Ohne Sprache, mit zwei Kindern und drei Koffern bin ich nach Deutschland gekommen. Weil ich kein Deutsch sprach und meine Kinder noch sehr klein waren, war es nicht möglich direkt in meinen erlernten Beruf einzusteigen. Wir wollten unseren Alltag selber meistern und so habe ich erst einmal eine Stelle in der Gastronomie gesucht. In Litauen hatte ich als Bürofachfrau bzw. Sekretärin gearbeitet. Mir war es sehr wichtig, so schnell wie möglich Deutsch zu lernen. Am Anfang hatten wir noch kein Internet, also war das Wörterbuch in den ersten Monaten mein bester Freund.

Warum haben Sie sich erst jetzt für die Anerkennung entschieden? Gab es Hürden oder andere Schwierigkeiten?

Ich habe in der Gastronomie gearbeitet, um schnell auf eigenen Beinen zu stehen und um flexibel zu bleiben, weil meine Kinder noch sehr klein waren. Jetzt sind sie aus dem Haus und auf der Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive habe ich von der Möglichkeit der Anerkennung meiner litauischen Ausbildung erfahren. So bin ich dann auf das IQ Netzwerk und auf Sabine Stockhausen, die Anerkennungs- und Qualifizierungsberaterin in Nordhorn, gestoßen. Mit ihrer Hilfe habe ich einen Anerkennungsantrag gestellt. Es war gar nicht so einfach, alle Papiere und Zeugnisse aus Litauen nach so langer Zeit zusammenzutragen. Nachdem ich alles eingeschickt hatte, bekam ich ein halbes Jahr später eine Teilanerkennung für den Referenzberuf Bürokauffrau. Für eine volle Anerkennung fehlten mir Praxiserfahrung und einige kaufmännische Kenntnisse. Zusammen mit Frau Stockhausen habe ich nach einer Praktikumsstelle gesucht, um meine praktische Erfahrung zu erweitern. Sie hat mir sehr geholfen und war auch für das Vorstellungsgespräch eine große Hilfe. Meine fehlenden theoretischen Kenntnisse hole ich aktuell in Kursen über VIONA® nach.

Wie haben Sie Ihre Kurse gewählt?

Mit meiner Teilanerkennung habe ich eine Liste mit Inhalten bekommen, für die noch eine Nachqualifizierung nötig ist. Für den Unterricht über VIONA® fahre ich ins benachbarte Nordhorn zum IBB und logge mich dort in das Klassenzimmer ein, um virtuell, mit Teilnehmenden aus ganz Deutschland gemeinsam zu lernen. Zusammen mit der Standortkoordinatorin Heike Elschen vom IBB habe ich vorab anhand der fehlenden Inhalte meine Unterrichtskurse zusammengestellt. Ich konnte aber auch selbst Kurse wählen, so habe ich im Praktikum festgestellt, dass mir im Umgang mit Office noch viele Dinge fehlten. Also habe ich mich entschieden, zusätzlich einen entsprechenden Kurs zu besuchen.

Wie läuft das Lernen über die Online Akademie ab und gefällt Ihnen dieser virtuelle Unterricht?

Alle Teilnehmenden treffen sich im virtuellen Klassenzimmer, gesprochen wird über ein Headset. Dozentinnen oder Dozenten leiten den Unterricht und haben die Möglichkeit, immer zu sprechen. Als „Schülerin oder Schüler“ kann man sich mit einem Handzeichen melden und bekommt dann die Möglichkeit zu sprechen. Diese Art und Weise zu lernen ist für mich sehr gut, es fällt viel leichter sich auf die Inhalte zu konzentrieren, da niemand einen ablenkt. Zurzeit besuche ich den Kurs Kommunikation und Büroverwaltung. In diesem Kurs gibt es vormittags normalen Unterricht, am Nachmittag findet dann eine Wissensvertiefung statt, hier kann man offene Fragen klären. Meine Dozenten gestalten den Unterricht immer sehr interessant und mir macht das virtuelle Lernen richtig Spaß

Was ist ihr Ziel und was erhoffen Sie sich von den IBB Kursen?

 

Das virtuelle Klassenzimmer VIONA©
© www.ibb.com/virtuelle-akademie

Mein Ziel ist natürlich die volle Gleichwertigkeit meines litauischen Abschlusses. Dafür fehlt mir im Moment noch Praxiserfahrung, meine IBB Kurse werde ich Ende April abschließen.
Wenn ich dann anschließend endlich die volle Anerkennung habe, könnte ich mir zum Beispiel vorstellen, im Bereich Verwaltung zu arbeiten oder bei Übersetzungsarbeiten zu helfen. Die IBB Kurse werden mir hoffentlich helfen, eine volle Gleichwertigkeit zu bekommen. Auf jeden Fall fühle ich mich mit den neuen Kenntnissen besser auf das Berufsleben als Bürokauffrau in Deutschland vorbereitet. 

Gibt es Unterschiede zwischen dem Arbeiten in Litauen und dem Arbeiten in Deutschland?

Die Unterschiede sind sehr groß, besonders in meinem Beruf. Auch wenn man bereits im eigenen Land gearbeitet hat, ist es hier doch anders und meiner Meinung nach braucht man die Nachqualifizierung einfach. Generell unterscheiden sich die beiden Länder in ihrer Mentalität und dem Blickwinkel. In Litauen sind die Menschen sehr zielstrebig eingestellt, besonders in der Arbeitswelt strebt jeder danach, der oder die Beste zu sein. Man muss sich immer weiterbilden, der Konkurrenzdruck ist groß. In Deutschland ist Weiterbildung natürlich auch wichtig, das Soziale nimmt aber eine noch wichtigere Rolle ein. In der Arbeitswelt ist es von Bedeutung, dass Dinge leicht und ohne viel Stress funktionieren. 

Haben Sie noch abschließende Tipps oder Empfehlungen für Interessierte?

Ich kann die Beratungsstelle und auch die Maßnahme VIONA® nur empfehlen. Mir persönlich hat beides sehr viel gebracht. Es war zwar ein langer Prozess, aber ich fühle mich jetzt schon sehr gut vorbereitet. Wenn ich Ende April dann fertig bin und anfange mich zu bewerben, weiß ich, worauf man achten muss. Ich fühle mich mit den Kursen sicherer und nicht mehr „fremd“. Es gibt hier so viele Möglichkeiten für Menschen aus dem Ausland und mit etwas Hilfe kann man in Deutschland alles erreichen.

 

Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung Grafschaft Bentheim:
Im Landkreis Grafschaft Bentheim berät Sabine Stockhausen zum Thema „ausländische Berufs- und Studienabschlüsse“. Sie begleitet Judita Gröning bereits seit über zwei Jahren und ist begeistert über die Motivation ihrer Kundin: „Da Frau Gröning keine Kundin des Jobcenters oder der Agentur für Arbeit ist, musste sie zu Anfang alles selbst bezahlen. Die Möglichkeit, über das IQ Netzwerk Niedersachsen und VIONA® Qualifizierungsmaßnahmen in der Grafschaft Bentheim in Anspruch zu nehmen, ist noch relativ neu. Mit Eröffnung dieser Möglichkeit ist für sie vieles leichter geworden. Im Rahmen des Förderprogramms IQ werden die Kosten der Maßnahme für Frau Gröning übernommen. Sie ist die erste Teilnehmerin der Qualifizierungsmaßname VIONA®. Ohne das Förderprogramm IQ wären die Chancen auf eine volle Gleichwertigkeit für Frau Gröning deutlich geringer. Mit der Gleichwertigkeit erhöhen sich gleichzeitig auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“

 

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Schon wieder Montag...heute.de berichtet über Förderprogramm IQ

Für die heute.de Reihe „Schon wieder Montag…“ hat Journalist Ralf Lorenzen den Leiter der Fachstelle Beratung und Qualifizierung in Nürnberg, Ottmar Döring, interviewt. Döring erklärte im Interview wie die Anerkennung von Berufsabschlüssen funktioniert und wo die größten Hindernisse liegen. Heute.de berichtet zu Beginn jeder Arbeitswoche über ein Thema aus der Arbeitswelt. Anfang Februar lautete das Thema „Anerkennung von Berufsabschlüssen“. Wie gemacht also für unser Förderprogramm IQ!

„In der Heimat Lehrer – hier Hilfsarbeiter“. Ohne die Anerkennung des ausländischen Berufsabschlusses ist es schwer, in Deutschland eine gleichwertige Arbeitsstelle zu finden. Um möglichst schnell Geld zu verdienen, arbeiten beispielsweise viele Geflüchtete unter ihrem Qualifikationsniveau. Dabei erhöht eine Anerkennung des Berufsabschlusses die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die Aussichten für Antragstellende sehen gar nicht so schlecht aus. Drei von vier bekommen ihren Berufsabschluss komplett anerkannt. Für reglementierte Berufe wie Arzt oder Ärztin, Lehrer/-in und Erzieher/-in ist die berufliche Anerkennung sogar zwingend notwendig, ohne Anerkennung ist der Zugang zu diesen Berufen nicht möglich. „Geigenbauer dagegen kann im Prinzip jeder werden“, veranschaulicht Döring den Unterschied. In die Anerkennungsberatung kommen vor allem Menschen aus Osteuropa und viele haben einen Abschluss im Gesundheitsbereich. In diesem Bereich gibt es einen großen Bedarf aufgrund des Fachkräftemangels. Im Gesundheits- und Pflegebereich zu arbeiten, ist aber nur mit einer Anerkennung des Abschlusses möglich.
Auch von Geflüchteten werden die Anerkennungs- und Beratungsstellen in Anspruch genommen. Die Beratung ist nicht an einen bestimmten Aufenthaltsstatus gebunden und kann sehr zeitnah besucht werden. Beispielsweise kommen aus Syrien viele Akademikerinnen und Akademiker, die das Angebot oft sehr früh in Anspruch nehmen.

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Anerkennungsverfahren werden einfacher - Rechtsanspruch auf unabhängige Beratung

Passend zum heute.de Artikel gibt es Neues in Bezug auf die Berufsanerkennung. Am 2. Februar wurde eine Gesetzesänderung zum Niedersächsischen Berufsqualifizierungsfeststellungsgesetz (NBQFG) für den Landtag freigegeben. Diese Änderung wird die Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen verbessern.

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„Die Novelle des Niedersächsischen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes (NBQFG) schafft einen Rechtsanspruch auf eine unabhängige Anerkennungsberatung - sowohl zu den lan­desrechtlich als auch zu den bundesrechtlich geregelten Berufen“, so heißt es in der Presseinformation der Niedersächsischen Staatskanzlei. Ziel ist es, Anerkennungsverfahren zu beschleunigen und Einwanderinnen und Einwanderern einen chancengleichen Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Weiterhin betrifft die Gesetzesänderung die Umsetzung der novellierten Europäischen Berufsanerkennungsrichtlinie (2005/36/EG) in nationales Recht.

Anträge können demnach zukünftig elektronisch gestellt werden und mit Hilfe des „Europäischen Berufsausweises“ (European Professional Card/EPC) wird die neue Anerkennungsdokumentation vorgenommen. Außerdem wird ein Vorwarnmechanismus eingeführt, der einen gegenseitigen Austausch von Informationen über ausge­sprochene Be­rufsbeschränkungen und -verbote in sensiblen Berufen sowie bei Verwen­dung gefälschter Unterlagen im Anerkennungsverfahren ermöglicht.

Als Spezialist in der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung wird das IQ Netzwerk die neuen Regelungen unterstützen. Auf diese Weise wird die Beratung in Niedersachsen gesichert und weiterentwickelt.

Weitere Informationen, neuer Gesetzesentwurf

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Schränkeweise Paragraphen, Regelungen und Gesetze - Claudius Voigt gibt Auskunft über das Aufenthaltsrecht in Deutschland

„Aufenthaltsrecht und Zugang zur Erwerbstätigkeit von Drittstaatsangehörigen und Flüchtlingen“ – das klingt interessant und kompliziert, besonders für uns Neulinge im IQ Netzwerk. Meine Kolleginnen und ich* sind seit dem 4. Januar im IQ Team. Also haben wir uns vorbildlich für die Schulung „Ausländerrechtliche Grundlagen“ angemeldet, die speziell für alle niedersächsischen IQ Mitarbeitenden organisiert wurde. Referent war Claudius Voigt von der GGUA Flüchtlingshilfe e.V. in Münster, der für das Teilprojekt „Ausländerrechtliche Qualifizierung“ verantwortlich ist. „Rechtliche Grundlagen, das klingt zwar schwierig, wird aber richtig spannend“, sagte man uns. Und das war es auch.

„Wer in Deutschland Asyl beantragt darf ein halbes Jahr lang nicht arbeiten“, dies erzählt man sich oft unter Laien. Aber ist das wirklich so? Haben Geflüchtete Zugang zum Arbeitsmarkt und wie ist dieser geregelt? Wie sieht das Aufenthaltsrecht zum Zweck einer Ausbildung aus? Was hat sich beim Arbeitsmarktzugang für Menschen aus den Balkanstaaten geändert?

Ein Arbeitsverbot gilt für Menschen, die noch in einer Landeserstaufnahmeeinrichtung leben. Die Aufenthaltspflicht in diesen Einrichtungen besteht für einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten. Wer schon nach drei Monaten in eine Kommune vermittelt wurde, kann eine Arbeitserlaubnis erhalten. Für neu einreisende Asylsuchende aus „Sicheren Herkunftsstaaten“ besteht eine dauerhafte Aufenthaltspflicht in Landesaufnahmeeinrichtungen, in diesen Fällen besteht ein Arbeitsverbot. Ein Arbeitsverbot gilt auch für einige geduldete Personen. Unter den Status Duldung fallen Person, die ausreisepflichtig sind aber die Ausreise zurzeit nicht durchgesetzt wird. Es ist dann möglich, für die Dauer der Duldung eine Arbeitserlaubnis zu bekommen, diese muss aber von der Bundesagentur für Arbeit und der zuständigen Ausländerbehörde genehmigt werden. Grundsätzlich gilt aber, nach einer Wartefrist von drei Monaten und der Zuweisung in eine Kommune, kann die Jobsuche beginnen. Soweit die grundsätzliche Regelung. Aber wir lernen weiter: Die Gesetze rund um Asyl sind zwar kompliziert, mit den richtigen Kenntnissen bieten all die Paragraphen aber auch Möglichkeiten. Dies wird im Laufe der Schulung immer wieder deutlich. Über Erteilung der Arbeitserlaubnis während einer Duldung beispielsweise entscheiden die Sachbearbeiterinnen und -bearbeiter der Ausländerbehörde nach Ermessen. So ist es zum Beispiel möglich, als ausreisepflichte Person für die Dauer einer Ausbildung oder eines Schulbesuchs eine Ermessensduldung zu bekommen. Und was ist nach der Ausbildung möglich? Auch hier helfen Paragraphen bei der Antwort. Laut § 18a des Aufenthaltsgesetzes kann eine geduldete Person mit einer in Deutschland abgeschlossenen Berufsausbildung eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer Beschäftigung bekommen. Die Arbeit muss der beruflichen Qualifikation entsprechen und von der Bundesagentur für Arbeit nach § 39 genehmigt werden. Auch ein Praktikum kann mit Zustimmung der Ausländerbehörde und Bundesagentur für Arbeit gemacht werden.

Claudius Voigt mit Kolleginnen und Kollegen des IQ Landesnetzwerkes Niedersachsen während früherer Schulungen.
© IQ Netzwerk Niedersachsen 

Schon jetzt haben wir längst verstanden was die Kollegen mit „schwierig aber spannend“ gemeint haben. Aber das war erst ein kleiner Ausschnitt. Welche Möglichkeiten haben denn Menschen aus den Balkanländern Albanien, Kosovo, Montenegro, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien? Seit dem 1. Januar 2016 sind die Möglichkeiten der Einreise für die Erwerbstätigkeit erweitert worden. Unabhängig von Qualifikation oder Hochschulabschluss ist für Personen aus diesen Ländern das Arbeiten in allen Bereichen möglich. Dies war vor dem 1. Januar auf die sogenannten Mangelberufe beschränkt. Um einen Aufenthaltstitel bzw. eine Arbeitserlaubnis zu bekommen, muss aber ein konkretes Arbeitsangebot vorliegen, eine Arbeitsmarktprüfung und das Visumverfahren sind auch erforderlich. Der Antrag auf Erteilung des Aufenthaltstitels muss zudem bei der deutschen Auslandsvertretung im Herkunftsland gestellt werden. Und wer in den letzten 24 Monaten vor Antragsstellung Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezogen hat, bekommt keine Zustimmung.   
Soweit die Kurzzusammenfassung der wirklich interessanten und erstaunlich kurzweiligen Schulung. Wir sind mit richtig vielen neuen Informationen im Gepäck nach Hause gegangen. Unsere wichtigsten Erkenntnisse: 1. Das Aufenthalts- und Asylrecht ist zwar kompliziert und ändert sich ständig, bietet aber auch einige Möglichkeiten – man muss sich nur auskennen.  2. Es gibt gute Übersichten, Checklisten und Flyer, die weiterhelfen (zu finden zum Beispiel hier). 3. Im Zweifelsfall sollte man unbedingt einen Experten wie Claudius fragen. 4. Die Kolleginnen und Kollegen hatten recht, eine rechtliche Schulung kann auch Spaß machen.

*Text: Stefanie Müller (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, RKW Nord GmbH)

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Verschiedene Wohnorte, gemeinsames Lernen - Projekt Online Krankenpflege erfolgreich gestartet

Zwölf Gesundheits- und Krankenpflegekräfte starteten im Oktober 2015 mit dem ersten Modul der Qualifizierungsmaßnahme „Online Krankenpflege“ in Trägerschaft der Akademie Überlingen. Die Teilnehmenden aus Peru, Russland, Kasachstan, Serbien, Mazedonien, Rumänien und Bolivien haben das Ziel, ihre im Ausland erworbene Krankenpflegeausbildung in Deutschland anerkennen zu lassen.

Der erste Schritt dorthin ist die Verbesserung und Erweiterung der Sprachkenntnisse. Die für die Anerkennung notwendigen deutschen Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2 werden im Rahmen des ersten Moduls vermittelt. Schwerpunkt des Sprachmoduls ist die Pflegefachsprache, die Teilnehmenden werden mit diesem Modul bestmöglich auf ihren beruflichen Alltag vorbereitet. Der Unterricht findet berufsbegleitend als Online-Präsenzunterricht statt. Die zwölf Pflegerinnen und Pfleger des aktuellen Kurses kommen aus zwölf unterschiedlichen Städten Niedersachsens. Für einige ist der Online-Unterricht die einzige Möglichkeit, ein Qualifizierungsangebot wahrzunehmen. Die Gründe hierfür reichen von einem fehlenden lokalen Angebot, über fehlende Mobilität, bis hin zu familiären Verpflichtungen, die die Flexibilität der Teilnehmenden einschränken.

Anfang April findet die Abschlussprüfung TELC Deutsch B1-B2 Pflege statt. Für die meisten Teilnehmenden geht es dann nahtlos weiter mit dem zweiten Modul, der Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung für die Gesundheits- und Krankenpflege. 

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Berufliche Integration größter Wunsch unter anerkannten Flüchtlingen und Asylberechtigten - Studie "Integration von Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen" des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge

Die Medien berichten täglich über die Situation gerade Geflüchteter. Viele dieser Menschen befinden sich nach der Flucht im Asylverfahren. Aber was kommt nach dem Asylverfahren, wenn aus Geflüchteten anerkannte Flüchtlinge oder Asylberechtigte werden? Wie sieht die Lebenssituation der Menschen aus, von denen wir nicht täglich in den Medien lesen?

In Deutschland sind zwischen 2008 und 2012 rund 39.000 Menschen als Flüchtlinge oder Asylberechtigte anerkannt worden. In der Studie „Integration von Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen“ hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Lebenssituation dieser Menschen untersucht. Insgesamt wurden rund 2800 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren befragt, sie kommen aus Afghanistan, Eritrea, dem Irak, dem Iran, Sri Lanka, und Syrien. Gefragt wurde unter anderem nach der Schulbildung, dem derzeitigen Beruf und den Wünschen und Erwartungen an ein Leben in Deutschland.

„Der größte meines Lebens Traum in Deutschland ist: Im Bereich die habe ich gelernt ein angemessenen Job zu finden und selbstständig zu sein. Oder einfach nur: um einen guten Job zu finden.“ Zitat eines Befragten

Die Studie ergab bezüglich der Schul- und Berufsbildung zwei Extremgruppen von „Nichtqualifizierten“ und „Höherqualifizierten“. Ein Großteil der Befragten, etwa 70 Prozent, bewegt sich zwischen diesen Extremgruppen und hat bereits im Heimatland eine Schule besucht. Der Schulbesuch dauerte zwischen 5 und 14 Jahren. Neben dieser „breiten Masse“ mit Schul- oder Berufsbildung  machen die zwei Extremgruppen jeweils rund 10 Prozent der Befragten aus. Diese Personen haben entweder keine Schule besucht oder sind aufgrund eines Schulabschlusses oder Studiums höherqualifiziert. Auffallend ist, dass die befragten Frauen - über alle Herkunftsländer hinweg - eine vergleichsweise schlechte oder gar keine Schul- und Berufsbildung haben. Sie sind auch nur in seltenen Fällen berufstätig. Laut Studie wird vermutet, dass Frauen durch die Betreuung von Kindern gebunden sind und fehlende Bildung, mangelnde Sprachkenntnisse sowie kulturspezifische Muster der Arbeitsteilung in Familien die Arbeitsmarktchancen der Frauen zusätzlich verschlechtern. Insgesamt haben etwas mehr als ein Drittel aller Befragten einen Arbeitsplatz. Sie sind meist hochmotiviert, arbeiten aber überwiegend in Berufen mit einem geringen bis mittleren Qualifikationsniveau. So arbeitet ein Großteil der Befragten beispielsweise in der Logistik, im Transport oder in der Paketzustellung. Auch Anstellungen in der Gastronomie, Reinigung oder im Verkauf von Lebensmitteln wurden häufig als berufliche Tätigkeit angegeben. Weniger als 20 Befragte hingegen gaben an, im akademischen Bereich, zum Beispiel als Medizinerinnen und Mediziner, als Lehrerinnen und Lehrer oder Journalistinnen und Journalisten, zu arbeiten. Dies lässt vermuten, dass beispielsweise Menschen mit Studienabschluss unterhalb ihres Bildungsniveaus arbeiten. In einem waren sich alle relativ einig: Berufliche Integration und eine Arbeitsstelle finden, mit der man die Familie ernähren kann, war der am häufigsten genannte Wunsch. Auch die Ausübung des erlernten Berufes, die Absicherung der Familie und die Förderung der Kinder spielen eine wichtige Rolle für die Zukunft der anerkannten Flüchtlinge und Asylberechtigten in Deutschland. Ganz zum Schluss der Befragung waren sich wieder alle einig. Es herrscht große Dankbarkeit, hier leben zu dürfen und man möchte gerne etwas an Deutschland zurückgeben.

Wer Interesse hat und noch mehr über die Ergebnisse, unter anderem zu den einzelnen Ländern erfahren möchte, kann die komplette Studie hier lesen.

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Das niedersächsische Handwerk startet mit Geflüchteten und Asylbewerberinnen und Asylbewerbern in die Ausbildung

Die niedersächsischen Handwerkskammern haben sich für 2016 ein gemeinsames Projekt auf die Fahnen geschrieben. In einer gebündelten Aktion haben sie ein Integrationsprojekt initiiert, das Geflüchtete und Asylbewerberinnen und Asylbewerber sowie Unternehmen auf dem Weg in eine Ausbildung begleiten soll: IHAFA – „Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber“.

Ziel ist die Aufnahme einer handwerklichen Ausbildung für knapp 500 Geflüchtete und Asylbewerberinnen sowie Asylbewerber. Durch eine fundierte Ausbildung wird ein wichtiger Schritt zur Integration in die Arbeitswelt und Gesellschaft ermöglicht und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Beseitigung der wachsenden Fachkräftelücke im Handwerk geleistet. Als gut qualifizierte Fachkräfte können Migrantinnen und Migranten mit guter Bleibeperspektive einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Fachkräftemangels leisten. Eine Win-Win-Situation für Menschen, Betriebe und unsere Gesellschaft!

An allen sechs Handwerkskammern wurden in den letzten Wochen Beraterinnen und Berater eingestellt, die zum einen geeignete Teilnehmende für das Projekt akquirieren und beraten und zum anderen auch Betriebe zu allen Fragen rund um die Ausbildung von Geflüchteten und Asylbewerberinnen und Asylbewerbern beraten und begleiten. Das Projekt wird zu 30% vom Handwerk und zu 70% aus Landesmitteln finanziert. Potenzielle Teilnehmende werden über das Ausbildungssystem in Deutschland und insbesondere den Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk informiert. Neben dem Interesse und der Motivation werden vor allem auch die sprachlichen und schulischen Kenntnisse überprüft.

Für teilnehmende Unternehmen werden Schulungen unter anderem zu rechtlichen Fragen sowie interkulturelle Trainings angeboten. Betriebe werden bei der Einrichtung eines internen Patensystems unterstützt und begleitet. Daneben werden Erfahrungsaustausche als Runde Tische organisiert, bei denen sich die Beteiligten austauschen können.

Eine wesentliche Säule der Vorbereitung auf die angestrebte Ausbildung ist eine Kompetenzfeststellung in den Bildungszentren der Projektpartner, die zu zwei Dritteln von der Bundesagentur für Arbeit kofinanziert wird; die restlichen Kosten trägt das Handwerk. In zwei Monaten durchlaufen die Teilnehmenden drei Wochen lang verschiedene Werkstätten in den Bildungszentren des Handwerks und können sich in einem anschließenden Praktikum erproben und zeigen was in ihnen steckt. Während dieser Zeit und auch danach werden die Teilnehmenden intensiv durch Mitarbeitende der Handwerkskammern betreut. Wichtige Elemente sind dabei einmal wöchentlich berufsbezogener Deutschunterricht, sozialpädagogische Begleitung und Bewerbungstrainings sowie die Vorbereitung auf die Aufnahme einer Ausbildung, den späteren Beruf und den Besuch der Berufsschule. Eine große Hürde stellen derzeit noch die notwendigen Sprachkenntnisse dar, die unabdingbar sind, um den Anforderungen von Betrieb und vor allen Dingen der Berufsschule gerecht werden zu können. Deshalb werden auch Zwischenschritte zur Ausbildung, wie z.B. der Übergang in eine Einstiegsqualifizierung (EQ) angestrebt.

In den ersten Monaten der Ausbildung oder EQ stehen die IHAFA-Beraterinnen und Berater den Teilnehmenden und Betrieben weiter zur Verfügung und sind wichtige Ansprechpersonen und Begleitende. Durch die intensive Betreuung in den ersten Monaten der Ausbildung sollen auftretende Probleme frühzeitig identifiziert und gelöst werden.

Haben Sie Kontakt zu potenziellen Teilnehmenden? Haben Sie Fragen zum Projekt? Möchten Sie einen Praktikumsplatz oder eine Ausbildungsstelle besetzen? Sprechen Sie uns an:

Landesweiter Projektkoordinator:
Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen
Henning Strieben M.A.
Henning.strieben@hwk-hildesheim.de
05121 162-319

Ihre Anfragen werden an die regionalen Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner in Niedersachsen weitergeleitet.

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Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Daran arbeiten bundesweit Landesnetzwerke, die von Fachstellen zu migrationsspezifischen Schwerpunktthemen unterstützt werden. Das Programm wird in den ersten beiden Handlungsschwerpunkten aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert sowie durch das Land Niedersachsen kofinanziert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA). Der dritte Handlungsschwerpunkt wird aus Bundesmitteln finanziert.
 

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Das Landesnetzwerk Niedersachsen wird koordiniert durch:

www.rkw-niedersachsen.de

Sitz der Gesellschaft: Hannover
Eingetragen beim Amtsgericht Hannover
Handelsregister-Nr. HRB 211607
Geschäftsführer: Harm Wurthmann, Monika Opitz

 

Kontakt Abonnement
IQ Netzwerk Niedersachsen/ RKW Nord GmbH bearbeiten | anmelden | abmelden
Stefanie Müller, Susanne Strothmann-Breiwe  
iqnetzwerk[at]rkw-nord.de  
Tel.: 0541/ 60 08 15 - 20  

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