Job & Praktikum

Für internationale Studierende, die während des Studiums in Deutschland arbeiten möchten, gelten – je nach Staatsangehörigkeit – besondere Regelungen. So genießen Bürgerinnen und Bürger aus dem EU/EWR- Raum und der Schweiz als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Freizügigkeit, während Studierende aus Drittstaaten für bestimmte Tätigkeiten der Zustimmung der Ausländerbehörde unterliegen.

Informationen für Studierende aus der EU

Ausländische Studierende aus der EU/EWR/Schweiz genießen auch als Studierende Arbeitnehmer-Freizügigkeit. Das bedeutet, dass sie den gleichen Arbeitsmarktzugang wie Deutsche haben und für die Aufnahme einer Tätigkeit nicht die behördliche Zustimmung benötigen.

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Informationen für Studierende aus Drittstaaten

Mit einer Aufenthaltserlaubnis zum Zweck des Studiums (§ 16 AufenthG) dürfen ausländische Studierende, die studienvorbereitende Maßnahmen (Studienkollegs oder Sprachkurse) absolvieren, nur während der Ferien eine Beschäftigung ausüben. Regulär Studierende dürfen nur dann einer Beschäftigung oder selbstständiger Arbeit (z.B. Honorar- oder Dolmetschertätigkeiten) nachgehen, wenn die Ausländerbehörde in Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) ihre Zustimmung erteilt hat. Eine Erlaubnis der Behörden kann erteilt werden, wenn die Tätigkeit das Studium nicht verzögert oder behindert und keine bevorrechtigten Deutschen oder Unionsbürgerinnen und Unionbürger für die Tätigkeit zur Verfügung stehen. Folgende Tätigkeiten bleiben von dieser Regelung jedoch unberührt, d. h. diese dürfen drittstaatsangehörige Studierende ohne Erlaubnis ausüben:

  • Beschäftigungen von bis zu 120 vollen bzw. 240 halben Tagen im Kalenderjahr (Urlaubs- und Krankheitstage zählen nicht dazu)
  • Studentische Nebentätigkeiten als Hilfskraft an der Hochschule oder in einer anderen wissenschaftlichen Einrichtung (ohne zeitliche Einschränkung)
  • Tätigkeiten in hochschuleigenen oder –nahen Einrichtungen wie z.B. Astas, Studentenwerke, Hochschulgemeinden, World University Service (ohne zeitliche Einschränkung)
  • Praktika, die durch die Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben sind

Auch für eine selbstständige Tätigkeit (auch freiberuflich), die neben dem Studium ausgeübt werden soll, benötigen drittstaatsangehörige Studierende eine Erlaubnis durch die Ausländerbehörde. Diese kann im Einzelfall erteilt werden, wenn die Selbstständigkeit das Studium nicht verzögert oder behindert. Mehr zum Thema Selbstständigkeit und Existenzgründung von Studierenden finden Sie hier.

 

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Praktikum

Ein Praktikum ist eine gute Gelegenheit, in den Arbeitsalltag hinein zu schnuppern („Berufsorientierung“) und um herauszufinden, wo und wie man später gerne arbeiten möchte. Dabei gilt als Faustregel, dass Praktika zu Beginn des Studiums dem „Schnuppern in Betriebe“ dienen, während es bei einem Praktikum am Ende des Studiums (früher: im Hauptstudium) stärker um die Anwendung des eigenen Wissens geht.

Rechtlich wird unterschieden zwischen freiwilligen Praktika und Pflichtpraktika. Letztere sind in der Studien- und Prüfungsordnung vorgeschrieben. Ausländische Studierende brauchen für ein Pflichtpraktikum keine Genehmigung von der Ausländerbehörde, auch nicht, wenn es eine Vergütung gibt. Die 120- bzw. 240-Tage-Regelung findet bei einem Pflichtpraktikum keine Anwendung.

Anders sieht es bei einem freiwilligen Praktikum aus: Dieses wird behandelt wie ein normales Beschäftigungsverhältnis und so tritt auch die 120- bzw. 240-Tage-Regelung für Drittstaatenangehörige in Kraft. Danach dürfen ausländische Studierende nicht mehr als 120 volle oder 240 halbe Werktage im Jahr arbeiten. Geht ein freiwilliges Praktikum länger als 120 Tage, ist eine Genehmigung durch die Ausländerbehörde notwendig. Die 120 Tage werden inklusive sämtlicher anderer Tätigkeiten im laufenden Kalenderjahr gerechnet.

Wichtig ist, dass im Praktikum neue Kompetenzen angeeignet werden und dass der bzw. die Studierende etwas lernt. Dies ist der Fall, solange Praktikantinnen und Praktikanten nicht fest in den Betrieb eingebunden sind und keine regelmäßigen Arbeitsabläufe erledigen und damit reguläre Arbeitsplätze besetzt werden. Zur Absicherung für beide Seiten sollte ein Praktikumsvertrag geschlossen werden, in dem u.a. die Aufgaben der Praktikantin bzw. des Praktikanten beschrieben sowie Höhe einer möglichen Vergütung, Arbeitszeiten und Kündigungsfristen festgehalten werden (für weitere Details bezüglich des Vertrags siehe hier). Läuft es nicht im Betrieb oder stellt sich die Arbeit ganz anders als erwartet dar, sollte man darüber nachdenken, das Praktikum abzubrechen. Davor sollte allerdings das Gespräch mit den Betreuern gesucht werden, um eventuell doch eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden.