Informationen für Drittstaatsangehörige

Voraussetzungen für ein Studium in Deutschland

Vor der Aufnahme eines Studiums in Deutschland müssen Bewerberinnen und Bewerber aus dem europäischen Ausland zwei Nachweise erbringen:

  • Hochschulzugangsberechtigung (durch Schulbildung erworbene Qualifikation)
  • Ausreichende Sprachkenntnisse

In Deutschland ist das (Fach-)Abitur, auch (Fach-)Hochschulreife genannt, der Abschluss, der für ein Bachelorstudium qualifiziert. Gleichwertige ausländische Abschlüsse sind beispielsweise das High School Diploma, die Matura, A-Levels, das Bachillerato oder das baccalauréat. Für bestimmte Hochschulen (z.B. Musik- und Kunsthochschulen) und manche Studiengänge sind darüber hinaus besondere Voraussetzungen wie zusätzliche Fremdsprachenkenntnisse, Praktika oder ein bestimmter Notendurchschnitt (Numerus Clausus, kurz: NC) zu erfüllen.

In der Zulassungsdatenbank des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und in der anabin-Datenbank kann geprüft werden, ob der erreichte Schulabschluss eine Hochschulzugangsberechtigung darstellt bzw. welche weiteren Voraussetzungen erfüllt werden müssen.

Wer durch seinen Schulabschluss für ein Studium in Deutschland qualifiziert ist, jedoch keinen Nachweis über die hierfür erforderlichen Sprachkenntnisse mitbringt, kann entweder im Herkunftsland oder an der deutschen Hochschule vor Ort einen Sprachtest ablegen. Als anerkannter Sprachtest im Herkunftsland gilt der sogenannte TestDaf (Test Deutsch als Fremdsprache), welcher weltweit in über 400 Testzentren angeboten wird. Studienbewerberinnen und Studienbewerber, die bereits eine gültige Zulassung zum Studium an einer deutschen Hochschule haben, müssen vorab die DSH (Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang) bestehen. Neben diesen beiden Sprachtests gelten sowohl das Goethe Zertifikat C2 (vereint seit 2012 die Zentrale Oberstufenprüfung sowie das Kleine und Große Deutsche Sprachdiplom) des Goethe Instituts als auch das Deutsche Sprachdiplom (Stufe II) der Kultusministerkonferenz als anerkannte Nachweise über ausreichende Deutschkenntnisse.

Wenn keine Hochschulzugangsberechtigung vorhanden ist, der erreichte Schulabschluss folglich nicht für die Aufnahme eines Studiums in Deutschland ausreicht, durchlaufen Sie eine sogenannte Feststellungsprüfung. Diese ist sowohl fachlich als auch sprachlich ausgerichtet und wird meist an einem Studienkolleg in Deutschland absolviert. Die Dauer beträgt zwei Semester, kann jedoch bei sehr guten Leistungen auf ein Semester verkürzt werden. Studiengebühren werden nicht erhoben. Mit der Einschreibung in einem Studienkolleg ist die Aufnahme in die Hochschule verbunden. Die Zulassung zum Studienkolleg stellt folglich eine Hochschulzulassung dar.

Beratung für zugewanderte Sekundarschulabsolvierende, bereits Studierende sowie Akademikerinnen und Akademiker, die eine akademische Ausbildung in Deutschland anstreben, bieten die Jugendmigrationsdienste (jmd) in ganz Deutschland an. Weitere Informationen finden Sie hier.

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Einen geeigneten Studienplatz finden

Die Hochschullandschaft in Deutschland ist ausgesprochen bunt und breit gefächert. Neben den Hochschultypen der Universität und der Fachhochschule (University of Applied Sciences) gibt es auch Hochschulen, die ausschließlich dem Studium der Kunst, des Films oder der Musik gewidmet sind. Das Studium an einer Universität ist in der Regel eher wissenschaftlich ausgerichtet, wohingegen an Fachhochschulen üblicherweise sehr praxisbezogen gelehrt wird. Die Mehrzahl der Hochschulen ist staatlich. Es gibt jedoch auch private und kirchliche Einrichtungen, für die besondere Zugangs- und Studienbedingungen gelten.

Je nach Studienfach und erworbener Qualifikationen kann man sein Studium mit dem Bachelor, Master, Diplom oder Staatsexamen abschließen. Beim Bachelor handelt es sich um einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss, der mit einem Hauptfach (Monobachelor) oder als Kombinationsstudium mit mehreren Fächern (Kombinationsbachelor oder 2-Fächer-Bachelor) absolviert werden kann. Das Bachelorstudium zieht sich meist über sechs, manchmal auch über acht Semester. Der Master ist der zweite berufsqualifizierende Abschluss und berechtigt zur Promotion. Es gibt konsekutive Masterprogramme, die auf das Bachelorstudium aufbauen und solche, die kein spezielles Vorwissen erfordern. Ein Masterstudium dauert in der Regel zwischen zwei und vier Semester. Bestimmte Fächer schließen jedoch noch immer mit den ehemals gängigen Abschlüssen Diplom oder Staatsexamen ab (z.B. Jura, Medizin, Pharmazie).

Die meisten Studiengängen sind Präsenzstudiengänge, d.h. man besucht Seminare und Vorlesungen an der Hochschule. Daneben gibt es noch Fernstudiengänge, in welchen man sich das Wissen zuhause, z.B. in E-Learning-Form aneignet und sporadische Blockveranstaltungen besucht. Außerdem gibt es noch die Form des Dualen Studiums, welches neben dem Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie eine integrierte Berufsausbildung bzw. Praxisphasen in einem Unternehmen beinhaltet.

In den meisten Studiengängen wird auf Deutsch unterrichtet, es gibt jedoch auch zunehmend bi- bzw. trilinguale sowie internationale Programme. Auch das Fächerangebot reicht von „Aerospace Engineering“ über „Fishery Science and Aquaculture“ hin zu „Zelluläre und Molekulare Neurowissenschaften“. Eine sehr gute Übersicht über das gesamte Hochschul- und Fächerangebot in Deutschland finden Sie hier.

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Bewerbung um einen Studienplatz

Die erste Anlaufstelle für Sie als Studienbewerberin bzw. Studienbewerber ist Ihre Wunschhochschule. Dort erhalten Sie spezifische Informationen über den Ablauf und die Modalitäten des Bewerbungsverfahrens sowie den Antrag auf Zulassung zum Studium. In Deutschland sind ganz unterschiedliche Stellen für die Bewerbung um einen Studienplatz zuständig. An wen Sie sich wenden sollten bzw. an welche Stelle Sie Ihre Bewerbungsunterlagen schicken, ist abhängig von dem angestrebten Studienfach und Ihrer Staatsangehörigkeit.

Viele Hochschulen bearbeiten die Bewerbungen ausländischer Studieninteressierter nicht mehr selbst. Wie das Bewerbungsverfahren abläuft, hängt in erster Linie damit zusammen, um was für ein Studienfach es sich handelt:

(1) Fächer, für sie sich in Deutschland mehr Personen bewerben, als es Studienplätze gibt, unterliegen einer zentralen Zulassungsbeschränkung. Dazu gehören aktuell Medizin, Pharmazie, Psychologie (Diplom), Tiermedizin und Zahnmedizin. Bewerberinnen und Bewerber aus Staaten außerhalb der EU/EFTA bewerben sich direkt bei der jeweiligen Hochschule oder über uni-assist, der Arbeits- und Servicestelle für Internationale Studienbewerberinnen und Studienbewerber.

(2) Die Bewerbung für Studienfächer, für die es hingegen keine oder lediglich eine lokale Zulassungsbeschränkung gibt, läuft direkt über das Akademische Auslandsamt bzw. das Studierendensekretariat der jeweiligen Hochschule oder über uni-assist, die Arbeits- und Servicestelle für Internationale Studienbewerberinnen und Studienbewerber. Hier finden Sie eine Liste aller Hochschulen, deren Bewerbungsverfahren über uni-assist e.V. laufen.

Ausführliche Informationen zum Thema Studienbewerbung finden Sie hier.

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Einreise und Aufenthalt in Deutschland

Ob für den Studienaufenthalt ein Visum für die Einreise nach Deutschland erforderlich ist, hängt von der Staatsangehörigkeit der Studienbewerberinnen bzw. Studienbewerber ab. Staatsangehörige aus folgenden Ländern benötigen kein Visum:

  • Australien
  • Israel
  • Japan
  • Kanada
  • Republik Korea
  • Neuseeland
  • USA

Für Studienbewerberinnen und Studienbewerber aus nachfolgenden Ländern ist ebenfalls kein Visum erforderlich, sofern sie vor oder nach dem Studium keine Erwerbstätigkeit in Deutschland ausüben möchten:

  • Andorra
  • Brasilien
  • El Salvador
  • Honduras
  • Monaco
  • San Marino

Studienbegleitende Tätigkeiten bleiben von dieser Regelung unberührt.

Für alle anderen Bewerberinnen und Bewerber aus Drittstaaten ist die Beantragung eines nationalen Visums zum Zweck des Studiums, der Studienbewerbung oder eines Deutschkurses erforderlich. Dieses wird von der deutschen Auslandsvertretung im Heimatland ausgestellt. Nähere Auskünfte hierzu erteilt das Auswärtige Amt. Für die Beantragung des Visums sind neben einem gültigen Reisepass auch der Zulassungsbescheid der Hochschule/des Studienkollegs bzw. eine Bewerbungsbestätigung sowie ein Nachweis über die Sicherung des Lebensunterhalts (min. 648 €/Monat) und über ausreichenden Krankenversicherungsschutz notwendig. Da es häufig mehrere Monate dauert, bis ein Visum ausgestellt wird, sollte es rechtzeitig beantragt werden.

Ausführliche Informationen zu Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen für ausländische Studierende in Deutschland erteilen das Auswärtige Amt , das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD).

Sobald Sie eine Wohnung in Deutschland gefunden haben, melden Sie sich binnen einer Woche beim Einwohnermeldeamt (Bürgeramt) Ihres Wohnorts, wo Sie Ihren Pass und den Mietvertrag vorlegen, um eine Meldebestätigung zu erhalten. Möglicherweise werden noch weitere Nachweise gefordert (z.B. Immatrikulationsbescheinigung, Nachweis über Krankenversicherung). Genaue Informationen erteilt Ihnen das Akademische Auslandsamt Ihrer Hochschule oder das zuständige Einwohnermeldeamt.

Außerdem müssen Studienbewerberinnen und Studienbewerber aus Drittstaaten ihr (noch gültiges) Visum in eine Aufenthaltserlaubnis umwandeln lassen. Diese ist ebenso wie das Visum zweckgebunden (z.B. Studium, Studienbewerbung, Sprachkurs), wird immer für einen festgelegten Zeitraum ausgestellt und muss stets vor Ablauf der Frist verlängert werden. Für die Beantragung wenden Sie sich binnen der ersten drei Monate an die Ausländerbehörde Ihres Wohnortes. In der Regel benötigen Sie hierzu folgende Unterlagen:

Nähere Informationen über die rechtlichen Rahmenbedingungen für Einreise und Aufenthalt für ausländische Studierende in Deutschland bieten das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Informationen über Erwerbsmöglichkeiten im Rahmen der Aufenthaltserlaubnis zu Ausbildungszwecken finden Sie hier.

Immatrikulation - Die Einschreibung zum Studium

Wenn Ihre Studienbewerbung erfolgreich war, müssen Sie sich vor Beginn des Studiums an der Hochschule vor Ort einschreiben bzw. immatrikulieren. Mit der Immatrikulation werden Sie zum Studierenden und können Lehrveranstaltungen besuchen und die Einrichtungen der Hochschule nutzen. Das Immatrikulationsverfahren ist an jeder Hochschule unterschiedlich geregelt. Meist müssen sich die Studienanfängerinnen und Studienanfänger in einem bestimmten Zeitraum persönlich vor Ort einschreiben und neben dem Immatrikulationsantrag noch diverse Dokumente (z.B. Zulassungsbescheid der Hochschule, Pass, Nachweise über Hochschulzugangsberechtigung, Sprachkenntnisse und Krankenversicherung) im Original oder in beglaubigter Form vorlegen. Darüber hinaus müssen Sie den Semesterbeitrag an die Hochschule überweisen.

Weitere Informationen zum Thema Einschreibung finden Sie hier.

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