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5 Fragen an: Alisa Haase

Ein Kurzinterview mit Alisa Haase von der IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstelle in der IHK Hannover

1. Wer bist du und was ist deine Aufgabe im IQ Netzwerk?

Mein Name ist Alisa Haase, ich bin 43 Jahre alt und im April 2019 aus den USA nach Hannover gezogen. Ursprünglich komme ich aus Montenegro, dem ehemaligen Jugoslawien. Seit März 2022 bin ich bei der IHK Hannover als IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberaterin tätig. Dort berate und unterstütze ich Menschen über die Anerkennungsmöglichkeiten ihrer ausländischen Abschlüsse, Diplome und Qualifikationen in Deutschland und Niedersachsen.

2. Was war dein Aha-Erlebnis oder Wow-Moment seit du bei uns angefangen hast?

Mir ist aufgefallen, wie wichtig es ist, Beratung in einfacher Sprache durchzuführen. Zugewanderte haben mit verschiedensten Ämtern zu tun. Die  Bürokratie und die deutsche Sprache sind sehr komplex. Begriffe wie BQFG-Antrag, Antrag auf Gleichwertigkeitsstellung, Antragsberechtigung, Vorprüfung mögen für Beratende Teil ihres täglichen Sprachgebrauchs sein, aber sie überfordern die Ratsuchenden und müssen ausführlich erklärt werden. Erst durch Beratungen in einfacher Sprache habe ich Erfolg.

3. Gibt es ein Thema, das dir besonders am Herzen liegt – und warum?

Ich habe über zwei Jahrzehnte in New York gelebt, wo ich Menschen unterschiedlichster Herkunft erlebt habe und die sprachlichen Akzenten mit Neugier und Begeisterung und Sprachhindernissen mit Toleranz und großer Hilfsbereitschaft begegnet sind. Diversität ist für mich eine Bereicherung, weil sie mir ermöglicht, mehr von und über meine Mitmenschen zu lernen. Ich gewinne dadurch eine erweiterte Sicht auf die Welt und bin einfühlsamer gegenüber anderen. Bei zunehmender kultureller Diversität in Deutschland ist es wichtig, mehr Verständnis für die verschiedenen Kulturen aufzubringen, um Entfremdung und Animositäten entgegenzuwirken. Nur in einer offenen, toleranten Gesellschaft können Zuwanderung und Integration erfolgreich gelingen.

4. Wo siehst du Handlungsbedarfe?

Wir müssen reflektierter mit Vielfalt in der Gesellschaft umgehen. Vielfalt muss ja keine Bedrohung für die eigene Lebensweise sein. Wenn dem „Anderssein“ mehr Wertschätzung entgegnet wird und mehr Bereitschaft da ist, die Perspektive des anderen zu achten, dann könnten wir jegliche Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit abwehren und eine gleichberechtigte Teilhabe verwirklichen.

5. Was wäre dir persönlich in Zukunft wichtig?

Mir ist wichtig, dass Ratsuchende weiterhin einen geschützten Raum erhalten, in dem sie sich willkommen und wertgeschätzt fühlen. Diesen Raum bieten wir im IQ Netzwerk.

 

 

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