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5 Fragen an: Theresa Gese

"Ich habe so viele unterschiedliche Frauen und Lebenssituationen bereits kennengelernt."

1. Seit wann arbeitest du im IQ Teilprojekt „Zugewanderte Frauen im Anerkennungsverfahren“ bei kargah e.V. und wie bist du genau zum IQ Netzwerk gekommen?

Ich arbeite seit August 2019 in der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstelle von kargah e.V. Bei kargah bin ich jedoch bereits seit März 2016 als Beraterin tätig. Zum IQ Netzwerk kamen wir als Träger durch direkte Anfrage des Landesnetzwerks, ob wir uns als Migrant*innenselbstorganisation mit einem Teilprojekt bewerben wollen. Und es hat geklappt!

2. Was hast du vor deiner Tätigkeit im IQ Netzwerk gemacht?

Nach meinem Masterstudium der Kultur- und Sozialanthropologie, Psychologie und Pädagogik habe ich direkt im Flüchtlingsbüro von kargah e.V. angefangen. Wir bieten hier Beratung zu aufenthalts-, asyl- und sozialrechtlichen sowie arbeitsmarktbezogenen Fragen für Geflüchtete und Migrant*innen an. Vor Einstieg in das IQ Netzwerk war ich in einem Projekt zur sozialen und Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten beratend und koordinativ tätig. Da hatte ich bereits immer wieder mit den Beratungsstellen des IQ Netzwerks zu tun.

3. Was genau sind deine Aufgaben als Beraterin? Wie müssen wir uns deine alltägliche Arbeit vorstellen?

Die Beratung erfolgt meist persönlich, in manchen Fällen auch telefonisch oder per Mail. Das macht einen Großteil meiner alltäglichen Arbeit aus. Dann fällt natürlich auch der übliche „Bürokram“, wie Dokumentation und Statistik, an. Auch Netzwerkarbeit und entsprechende Korrespondenzen sind ein wesentliches Element. Da ich noch nicht so lange im Rahmen des Anerkennungsverfahrens berate, ist außerdem Recherche ein großer Teil meiner Arbeit. Mit dem Schwerpunkt auf der Qualifizierungsberatung gilt es, die Frauen sehr individuell in ihren Möglichkeiten und Zielen zu beraten, passende Optionen gemeinsam mit ihnen zu entwickeln und entsprechende Angebote zu finden. Das macht die Beratung und Unterstützung an einigen Stellen aufwändig, aber auch sehr persönlich.

4. Was ist für dich wichtig bei deiner Arbeit?

Mit den Jahren, die ich nun bereits in verschiedenen Projekten bei kargah e.V. tätig bin, stelle ich immer wieder fest, wie wichtig der Austausch und die gute Zusammenarbeit in einem Team und mit anderen beteiligten Akteur*innen sind. Daher finde ich super, dass das IQ Netzwerk  so gut vernetzt ist und viel Wert auf einen regelmäßigen Austausch der Beratungsstellen gelegt wird. Darüber hinaus ist mir wichtig, einen vertrauensvollen Zugang zu den Ratsuchenden zu haben. Da hilft es sehr, dass kargah e.V. als Migrant*innenselbstorganisation und langjährige Akteurin in der Migrationsarbeit einen großen Vertrauensvorschuss der Zielgruppe erfährt und einen niedrigschwelligen Zugang zu den Ratsuchenden ermöglicht.

5. Was gefällt dir an deiner Arbeit am meisten?

Am meisten gefällt mir, dass der Fokus meiner Beratungsarbeit nun auf zugewanderten Frauen liegt. Vorher habe ich vor allem Männer beraten, da diese den Großteil unter den Geflüchteten ausmachen. Mit dem Wechsel ins IQ Netzwerk habe ich mich neben der Einarbeitung in die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung verstärkt mit der Situation migrantischer Frauen in Deutschland und Niedersachsen sowie Empowermentstrategien beschäftigt. Frauen mit Zuwanderungsgeschichte sind im Vergleich zu Männern häufiger von Mehrfachdiskriminierung betroffen, welche ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen, so auch dem Arbeitsmarkt, erschwert. Bereits innerhalb der wenigen Monate, die ich nun im Rahmen des IQ Netzwerks tätig bin, habe ich so viele unterschiedliche Frauen und Lebenssituation wie Umgänge damit kennengelernt. Und eine Riesenportion Frauenpower erfahren, die mich jeden Tag aufs Neue beeindruckt und motiviert.

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