Zum Inhalt springen

Sie sind hier:

Der lange Weg zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

IQ Netzwerk begleitet Lukas Zalewski bei der Anerkennung

Jedes Jahr machen etwa 10.000 junge Ärztinnen und Ärzte ihren Abschluss an den deutschen Universitäten. Das ist eine hohe Zahl, allerdings reicht sie alleine nicht aus, um dem Ärztemangel zu begegnen. Denn jedes Jahr wandert etwa ein Drittel der deutschen Jungmediziner*innen ins Ausland ab, -mit steigender Tendenz. Gleichzeitig gibt es aber auch den umgekehrten Weg: (Fach-) Ärzt*innen, die an ausländischen Universitäten studiert haben, jedoch eine berufliche Perspektive in Deutschland suchen. Zu diesen Personen gehört auch Lukas Zalewski, der in Polen studiert hat.

Lukas Zalewski lebt seit Februar 2018 in Deutschland, genauer gesagt in Stade. In kürzester Zeit konnte er bei den dortigen Elbe Kliniken eine Helfertätigkeit aufnehmen. Da Herr Zalewski sofort mit der Arbeit angefangen hat, hatte er mangels passender Nachmittags- oder Abendkurse nicht die Möglichkeit einen Sprachkurs zu besuchen. Seine Deutschkenntnisse, die er schon in seinem Heimatland erworben hat, bewegten sich zu dem Zeitpunkt auf B1 Niveau. Um sich parallel Unterstützung bei seiner beruflichen Anerkennung und sprachlichen Qualifizierung zu holen, besuchte Lukas Zalewski noch in seinem ersten Monat in Stade Martyna Bochenski bei der örtlichen IQ Anerkennung- und Qualifizierungsberatungsstelle bei der VHS in Stade. Durch die Vermittlung der IQ Beraterin absolvierte er beim Institut für Berufliche Bildung AG (IBB) einen einmalig angebotenen B2 Online Sprachkurs speziell für medizinische Berufe, der sich dank der Unterstützung seines Arbeitgebers auch mit seinem Job kombinieren ließ.. Die Zeit nutzte er außerdem, um die nötigen Unterlagen und Dokumente für sein berufliches Anerkennungsverfahren zu besorgen und den Approbationsantrag einzureichen. Ein solches Verfahren ist in Deutschland für Mediziner*innen zwingend vorgeschrieben, wenn sie einer ärztlichen Tätigkeit nachgehen wollen.

Aufgrund seiner Vollzeitbeschäftigung war es für Lukas Zalewski jedoch nicht möglich, anschließend auch an einem Vorbereitungskurs für die Fachsprachprüfung, teilzunehmen. Mit Unterstützung der IQ Beraterin sowie der Agentur für Arbeit konnte jedoch eine individuelle Prüfungsvorbereitung bei Inlingua in Stade ermöglicht werden. Leider bestand Lukas Zalewski die Fachsprachprüfung für medizinische Berufe – ebenfalls ein elementarer Bestandteil des Anerkennungsverfahrens – im Januar 2020 knapp nicht. Allerdings hatte er auch Glück, denn er profitierte von einer Corona-bedingten Ausnahme: Ärzt*innen, die ein Zertifikat für das B2 Sprachniveau vorlegen konnten, konnten vorübergehend auch ohne bestandene C1 Prüfung einen Antrag auf Berufserlaubnis stellen. Lukas Zalewski erhielt daher nicht nur zeitnah die Berufserlaubnis, die es ihm ermöglichte als Arzt unter Aufsicht arbeiten, sondern auch. die Möglichkeit, die C1 Prüfung zu wiederholen. Beim zweiten Anlauf bestand er die C1 Prüfung und erhielt anschließend wenige Wochen später seine Approbation als Arzt. Lukas Zalewski ist weiterhin in den Elbe Kliniken, auf der Station für Orthopädie und Unfallchirurgie, beschäftigt und bereitet momentan den Antrag für die zusätzliche Approbation als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie vor.

Zurück zum Seitenanfang