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Digitale Prozessbegleitung, Diversity Management

Christin Kavermann und Yulyane Korkmaz aus dem Diversity Management Team des IQ Netzwerk Niedersachsen haben das neue Veranstaltungsformat „digitale Prozessbegleitung“ entwickelt. Was sich dahinter verbirgt, haben sie uns im Gespräch verraten.

1. Wie sind Sie auf das Veranstaltungsformat „digitale Prozessbegleitung“ gekommen? Worum handelt es sich dabei?

Bereits seit 2017 unterstützen wir Unternehmen, die sich interkulturell öffnen wollen, nicht nur durch Diversity Trainings, sondern auch durch intensivere Prozessbegleitungen. Auch im Sommer 2020 war der Start eines solchen Prozesses in einem Unternehmen geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten wir die vorgesehenen Beratungen und Workshops jedoch nicht in Präsenz vor Ort durchführen. Stattdessen haben wir ein Konzept für eine digitale Variante der Prozessbegleitung entwickelt.

Dabei werden Methoden und Konzepte der Systemischen Organisationsberatung mit Hilfe von Online-Tools umgesetzt. So ist es auch unter Einhaltung Corona-bedingter Hygiene- und Abstandsregeln möglich, interkulturelle Öffnungsprozesse in Organisationen zu begleiten und zu unterstützen. Das Konzept ist auf ein Jahr ausgerichtet und besteht aus vier Phasen, in denen mehrere Online-Workshops und -Trainings sowie Beratungen für die beteiligten Führungskräfte und Mitarbeitenden durchgeführt werden.

 

2. Wer sind die Zielgruppen? Was möchten Sie mit dem Format bewirken?

Interkulturelle Öffnung ist ein Prozess, der auf Herstellung von Teilhabe und den Abbau von Zugangsbarrieren zielt. Das Angebot richtet sich daher zum einen an Unternehmen, die beispielsweise Fachkräfte aus dem Ausland rekrutieren und langfristig binden wollen. Zum anderen eignet sich das Format aber auch für öffentliche Verwaltungseinrichtungen, die sich personell vielfältiger aufstellen oder ihre Bürger*innenorientierung in der Einwanderungsgesellschaft verbessern wollen. Unser Angebot hilft dabei, vorhandene Strukturen kritisch zu begutachten und Veränderungen umzusetzen, um neue Ziele zu erreichen.

 

3. Was haben Sie bis jetzt umsetzen können? Welche Ihrer Ziele haben Sie dadurch erreichen können?

In dem Prozess, den wir aktuell digital begleiten, haben wir bis jetzt vier Online-Workshops sowie einen Präsenzworkshop durchgeführt. In diesen Workshops haben wir die Herausforderungen für das Unternehmen bei der Fachkräftebindung analysiert, gemeinsame Ziele erarbeitet und Strategien entwickelt, wie alle wichtigen Akteure in den Prozess eingebunden werden können. Dadurch wurden die Grundlagen für die Entwicklung und Umsetzung von passenden Maßnahmen geschaffen. Diese sollen dann im nächsten Jahr umgesetzt und anschließend evaluiert werden.

 

4. Traten Schwierigkeiten oder technische Probleme bei der Umsetzung auf?

Bislang gab es nur wenig Schwierigkeiten bei der technischen Umsetzung. Wir versuchen uns im Vorfeld mit den Auftraggeber*innen möglichst gut über die technischen Voraussetzungen der genutzten Online-Tools abzustimmen. Natürlich kann es vorkommen, dass bei einzelnen Teilnehmenden z.B. Verbindungsprobleme auftreten. Für solche Fälle haben wir immer einen technischen Support in unseren Online-Workshops. Außerdem lernen natürlich alle Beteiligten kontinuierlich dazu, sodass wir inzwischen alle häufigen Fragen oder Schwierigkeiten von vorneherein berücksichtigen bzw. beheben können.

 

5. Bieten Sie das Veranstaltungsformat noch an? Falls ja, bis wann?

Die digitale Prozessbegleitung wird auch über die Corona-Pandemie hinaus Teil unseres Angebotes bleiben. In Zukunft wollen wir Prozessbegleitungen flexibel mit einem bedarfsgerechten Mix aus Online- und Präsenzangeboten gestalten. Alle unsere Angebote im Rahmen des IQ Netzwerks sind kostenlos und werden für die volle Förderlaufzeit angeboten. Diese geht aktuell bis Ende 2022.

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