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Handwerker dringend gesucht! - Mohammed Al Hamdani gefunden!

Mohammed Al Hamdani füllt eine Lücke im Handwerk

Der Mangel an Fachkräften ist für viele Handwerksbetriebe am deutschen Arbeitsmarkt eine Herausforderung. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass es in nahezu allen handwerklichen Berufen einen Engpass gibt. Daher stehen inzwischen viele Betriebe vor dem Problem, die offenen Stellen nicht mit geeignetem Fachpersonal besetzen zu können – auch im Metallbau ist das nicht anders. In Deutschland wird man durch eine zweieinhalb (verkürzt) bis dreieinhalbjährige duale Ausbildung zur*zum Metallbauer*in. Die Ausbildung verläuft abwechselnd in Betrieb und Berufsschule. In den meisten anderen Ländern läuft die Ausbildung nur schulisch ab und erst danach kann in einem Betrieb der praktische Teil erlernt werden. Wenn in einem beruflichen Anerkennungsverfahren ausländische Metallbauabschlüsse mit dem deutschen Ausbildungsverlauf verglichen werden, werden häufig erhebliche Unterschiede festgestellt. Vor allem, wenn nur wenig praktische Berufserfahrungen vorhanden sind, ergeben sich oft Defizite.

Mohammed Al Hamdani kommt aus der irakischen Stadt Felludscha, wo er als Metallbauer selbstständig war und seine eigene Firma leitete, bis diese durch den Krieg zerstört wurde. Nun lebt Mohammed Al Hamdani seit 2015 in Deutschland. Schon nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland, hat er angefangen wieder im Metallbau zu arbeiten. Nach einem Betriebsunfall verlor er jedoch seinen Job und besuchte zunächst einen sechsmonatigen Sprachkurs an der Volkshochschule Celle. Den alltäglichen Sprachgebrauch erlernte er jedoch vielmehr durch den Kontakt mit Ehrenamtlichen, erzählt Al Hamdani. Seit 2018 engagiert er sich daher ebenfalls ehrenamtlich und fährt den Bürgerbus in der Gemeinde Winsen.

Mit Hilfe von Könül Ibrahimova - Integrations- und Migrationsbeauftragte in Winsen – besuchte Mohammed Al Hamdani im April 2020 zum ersten Mal Schole Albers bei der IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstelle in Stade.  In der Beratung bei Frau Ibrahimova war festgestellt worden, dass er offenbar keine schulische Ausbildung, sondern „nur“ praktische Berufserfahrungen aus dem Irak mitgebracht hatte. Daraufhin suchten – und fanden - Frau Ibrahimova und Herr Al Hamdani Unterstützung bei der IQ Beraterin als Fachfrau für berufliche Anerkennungsverfahren. Gemeinsam fanden sie in intensiven Gesprächen heraus, dass Herr Al Hamdani doch eine abgeschlossene schulische Ausbildung nachweisen und somit auch bei der Handwerkskammer einen Antrag auf Anerkennung als Metallbauer stellen konnte. Darüber hinaus legte er erfolgreich die Schweißer-Prüfung ab. Auch das Anerkennungsverfahren ist seit Mitte 2020 abgeschlossen. Ergebnis: volle Gleichwertigkeit. Mittlerweile arbeitet Mohammed Al Hamdani wieder als Metallbauer. Während eines zweiwöchigen Praktikums, welches ihm von Frau Ibrahimova vermittelt wurde, konnte er den Arbeitgeber von sich überzeugen und arbeitet nun bei der Firma AT Metallhandwerk in Rosengarten. Zukünftig möchte Herr Al Hamdani auch seine Meisterprüfung im Metallbau ablegen und sich darüber hinaus noch als Schweißer fortbilden. Seine einzige Sorge gilt seiner Familie, die er noch nicht nach Deutschland holen konnte und seit inzwischen 5 Jahren nicht mehr gesehen hat.

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