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IQ Netzwerk ermöglicht Anerkennung zur geprüften Wirtschaftsfachwirtin

Biljana Plücker hat einen mühsamen und sehr anstrengenden Anerkennungsweg durchgestanden, der von Erfolg gekrönt wurde.

Gegen Ende des Jahres 2016 hat Frau Plücker das erste Mal die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstelle in Stade aufgesucht. Zunächst einmal wurde die gebürtige Serbin bei der Antragstellung unterstützt und begleitet. Die Zuständigkeit für die Anerkennung als Wirtschaftsfachwirtin lag in ihrem Fall bei der IHK FOSA (Foreign Skills Approval) in Nürnberg.

Der Beruf der Wirtschaftsfachwirtin/der Wirtschaftsfachwirts ist in Deutschland nicht reglementiert. Das bedeutet, dass man den Beruf ohne staatliche Zulassung und damit auch ohne eine Anerkennung des ausländischen Berufsabschlusses ausüben kann. Dennoch macht es Sinn, die Gleichwertigkeit des Abschlusses überprüfen zu lassen. Denn mit einem Gleichwertigkeitsbescheid erhält die Person ein offizielles und rechtssicheres Dokument, das die Gleichwertigkeit der ausländischen Qualifikation mit der entsprechenden deutschen Referenzqualifikation bestätigt, mit den gleichen Rechtsfolgen wie ein deutscher Abschluss. Insofern erhöht das Verfahren die Chancen bei der Jobsuche, weil es die Qualifikation für Arbeitgeber besser einschätzbar macht. Wirtschaftsfachwirte und -fachwirtinnen übernehmen als betriebswirtschaftliche Allroundkräfte übrigens anspruchsvolle kaufmännische Tätigkeiten in den Bereichen Einkauf, Rechnungswesen und Controlling sowie in Marketing, Absatzwirtschaft und Personalführung von Unternehmen. Dabei ist der Beruf der Wirtschaftsfachwirtin eine berufliche Weiterbildung innerhalb des dualen Ausbildungssystems. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die ausländische Berufsqualifikation im Anerkennungsverfahren.

Nachdem alle Dokumente bei der IHK FOSA eingegangen waren, erhielt Frau Plücker im Oktober 2017 einen Bescheid über die teilweise Gleichwertigkeit ihres Abschlusses. Mit der Unterstützung der IQ Beratungsstelle in Stade konnte sie zum IQ Teilprojektträger IBB verwiesen werden, der in Rücksprache mit der IHK FOSA einen Qualifizierungsplan aufstellte, um die Defizite aus dem Bescheid auszugleichen. Dafür absolvierte Frau Plücker von Dezember 2017 bis Ende Juli 2018 sechs umfangreiche Module des IBB, um schließlich im Februar 2019 von der IHK FOSA die volle Gleichwertigkeit ihres Abschlusses bescheinigt zu bekommen.

Bereits im darauffolgenden Monat konnte Frau Plücker ihre erste Tätigkeit als kaufmännische Angestellte für Lohnabrechnung und Buchhaltung in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufnehmen. Dadurch konnte sie endlich auf dem Arbeitsmarkt in ihrem eigentlichen Berufszweig tätig werden, denn davor hat sie stattdessen nur als Haushaltshilfe gearbeitet. Frau Plücker ist jetzt angekommen und beschreitet den richtigen Weg, um einer qualifikationsadäquaten Beschäftigung in Deutschland nachgehen zu können.

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