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OECD-EU-Studie: „Zusammen wachsen - Integration von Zuwanderern“

Die Studie vergleicht auf Basis von mehr als 70 Indikatoren Migranten und ihre Kinder mit der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und analysiert die Entwicklung im Zeitverlauf und die Integrationserfolge im Vergleich zu anderen OECD und EU-Ländern.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Deutschland ein gemischtes Zeugnis bei der Integration von Zugewanderten ausgestellt. "Migrantinnen, Migranten und ihre Kinder sind heute in Deutschland wirtschaftlich und sozial deutlich besser integriert als noch vor zehn Jahren", erklärte die OECD anlässlich der Vorstellung der Studie am 16. Januar 2019. Dies gelte sowohl für die Erwerbssituation, den Bildungserfolg und das Armutsrisiko als auch für die Erfahrung von Diskriminierung. Defizite bestünden "jedoch unter anderem beim Zugang zu qualifizierten Jobs und zum Öffentlichen Dienst". Die Studie enthält Befunde über alle 36 Mitgliedsstaaten der OECD und die 28 Mitglieder der EU und basiert auf Daten der Statistikbehörden der teilnehmenden Länder sowie auf OECD-Studien wie zum Beispiel der internationalen Schulleistungsuntersuchung PISA.

Besonders positiv hat sich laut OECD in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren die Erwerbssituation für Zugewanderte entwickelt. Auch getragen durch die aktuell gute konjunkturelle Entwicklung sei die Beschäftigungsquote bei den im Ausland Geborenen zwischen 2006 und 2017 von 59 auf über 67 Prozent gestiegen. Die Studie stellt fest, dass sich gleichzeitig der Abstand zur im Inland geborenen Bevölkerung verringert hat, auch wenn dieser mit 8,7 Prozentpunkten nach wie vor über dem OECD-Mittel liegt. Bei Frauen ist der Beschäftigungsabstand laut OECD jedoch größer als bei Männern.

Positive Trends erkennt die Studie auch im Bereich Bildung. Zwar liege der Anteil der Hochqualifizierten (FH-/Universitätsstudium, höhere berufliche Bildung) unter den Zugewanderten mit 23 Prozent deutlich unter dem Schnitt von OECD und EU. Bei Zugewanderten, die weniger als zehn Jahre im Land sind, "liegt der Anteil allerdings bei 30 Prozent und damit auch über dem Wert der im Inland geborenen Bevölkerung".

Nachholbedarf attestiert die OECD Deutschland unter anderem bei der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen und beim Zugang von Zugewanderten zu Jobs im öffentlichen Dienst. Dazu erklärte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz: "Wir müssen bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen besser werden und Frauen stärken, ihre Rechte besser wahrzunehmen." Auch die "interkulturelle Öffnung des öffentlichen Dienstes" müsse entschieden vorangetrieben werden.

Weitere Informationen zur OECD-EU-Studie "Zusammen wachsen - Integration von Zuwanderern" finden Sie hier.

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