| | | Liebe Leserinnen und Leser,
in unserem Sondernewsletter möchten wir Ihnen einen Zerspanungsmechaniker aus Tunesien vorstellen, der seit einigen Monaten in Deutschland lebt und arbeitet. Wir zeigen Ihnen, wie er den Weg von der Anerkennung über das Visumverfahren bis hin zur Nachqualifizierung gegangen ist und wer ihn dabei unterstützt hat. Denn dieses Beispiel eignet sich zum Nachahmen und zeigt: Fachkräfteeinwanderung kann gelingen, wenn die verschiedenen Akteur*innen zusammenarbeiten.
Viel Spaß beim Lesen!
Ihr Team vom IQ Netzwerk Niedersachsen | | | | |
© Freepik | pch.vector
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Erfolgsgeschichte eines Zerspanungsmechanikers aus Tunesien
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Dürfen wir vorstellen? - Farhat Ghrab
| | | | Farhat Ghrab stammt aus Tunesien, wo er erfolgreich eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker abgeschlossen hat. Im Anschluss arbeitete er über fünf Jahre in seinem Beruf und sammelte einige Berufserfahrung. Schon länger träumte er davon, in Deutschland zu arbeiten. „In Deutschland sah ich die besten Chancen, eine erfolgreiche und anspruchsvolle berufliche Zukunft aufzubauen”, so Herr Ghrab. Der Wunsch nach neuen beruflichen Perspektiven motivierte ihn, den Schritt der Auswanderung zu wagen und er begann gezielt die Einwanderung nach Deutschland vorzubereiten. |
Das Foto zeigt Farhat Ghrab bei der Arbeit. © IBB Institut für Berufliche Bildung AG
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Die Anerkennung des Berufsabschlusses
| | | | Um sein Ziel zu erreichen, legte Farhat Ghrab sich klare Schritte fest. Seine Schwester, die bereits in Deutschland lebte, gab ihm Rückendeckung. „In dieser Zeit hat mich meine Schwester mit ihren Ratschlägen und ihrer Erfahrung sehr unterstützt”, berichtet er. Zuerst lernte er die Sprache, dann beantragte er im Januar 2023 mit Unterstützung der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) von Tunesien aus die Anerkennung seiner Berufsqualifikation bei der IHK FOSA. Die IHK FOSA prüfte als zuständige Stelle für die IHK Berufe, ob die Ausbildung von Herrn Ghrab in Inhalt und Dauer mit der deutschen Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker übereinstimmte. Die Anerkennung des Berufsabschlusses ist in den meisten Fällen für Drittstaatsangehörige - zu denen Herr Ghrab als Tunesier zählt - Voraussetzung für ein Arbeitsvisum in Deutschland.
Das Ergebnis der IHK FOSA: eine Teilanerkennung, die bestätigt, dass es viele Übereinstimmungen zwischen Herrn Ghrabs tunesischem und dem deutschen Abschluss gibt. Das bedeutete, mit einer passenden Nachqualifizierung konnte Herr Ghrab die volle Anerkennung seines Abschlusses bekommen. | | | | | | |
Nachqualifizierung finden
| | | | Nun stellte sich die Frage nach der entsprechenden Nachqualifizierung, die sich eignet, um die volle berufliche Anerkennung zu erlangen. Herrn Ghrabs Schwester machte dazu die individuelle Qualifizierungsbegleitung des IQ Netzwerks Niedersachsen ausfindig und meldete sich bei Janine Bergmann vom IQ Netzwerk. Frau Bergmann begleitet in ihrer täglichen Arbeit u.a. Menschen in Deutschland, die eine Teilanerkennung haben und eine passende Nachqualifizierung sowie diesbezüglich oftmals eine Arbeitsstelle benötigen. Sie wusste deshalb sofort, dass das Institut für berufliche Bildung (IBB) der richtige Ansprechpartner für Herrn Ghrab in puncto Nachqualifizierung ist und stellte einen Kontakt zu Julia Michaux-Stander vom IBB her. „Ausländische Fachkräfte brauchen oft Anpassungsqualifizierungen, wenn die IHK FOSA Qualifizierungsbedarf bescheinigt. Unsere 100 % virtuellen Kurse bieten flexible Starttermine und helfen, Kenntnisse auf den neuesten Stand zu bringen. So konnten wir Herrn Ghrab schnell einen passenden Kurs anbieten“, so Julia Michaux-Stander vom IBB.
Bevor allerdings eine Qualifizierung erfolgen konnte, gab es noch eine große Herausforderung. Denn noch lebte Herr Ghrab in Tunesien und er brauchte, um überhaupt nach Deutschland kommen und damit auch von den Möglichkeiten des Förderprogramms IQ profitieren zu können, einen Job. | | | | | | | | | | | | Daher bewarb sich Herr Ghrab bei verschiedenen Arbeitgebern in ganz Deutschland, um einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Zunächst ohne Erfolg. Nach einigen fehlgeschlagenen Bewerbungen stellte Frau Bergmann vom IQ Netzwerk einen Kontakt zu der in Hannover ansässigen Firma Hilmer GmbH CNC-Technik her, die auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften war und zu der gerade in einem anderen Beratungsfall Kontakt bestand. Auf die Bewerbung folgten Vorstellungsgespräche via Zoom, da sich Herr Ghrab zu diesem Zeitpunkt ja noch in Tunesien befand. Heike Hilmer-Börner, Geschäftsführerin der Firma Hilmer GmbH CNC-Technik, war von Herrn Ghrab und seiner Expertise überzeugt. Eine baldige Einstellung sollte erfolgen. Aber wie konnte es jetzt weitergehen? Wie kann Herr Ghrab ein Visum zum Arbeiten in Deutschland erhalten? Wie funktioniert die (beschleunigte) Einreise mit einer Teil-Anerkennung? Diese Fragen stellte sich nicht nur Herr Ghrab selbst, sondern auch Frau Hilmer-Börner. |
Das Foto zeigt Heike Hilmer-Börner und Farhat Ghrab. © IBB Institut für Berufliche Bildung AG
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Visumverfahren & Einreise
| | | | Auch bei diesen Fragen konnte das IQ Netzwerk mit seiner jahrelangen Erfahrung im Bereich der Fachkräfteeinwanderung weiterhelfen. Frau Hilmer-Börner war froh über die Unterstützung des IQ Netzwerks, denn „im Prozess der Einwanderung sind viele verschiedene Behörden involviert und um all diese bürokratischen Schritte zu gehen, war die Unterstützung durch das IQ Netzwerk sehr hilfreich”, so Frau Hilmer-Börner.
Auf Empfehlung des IQ Teams für die Beratung von Unternehmen beantragte die Firma Hilmer GmbH CNC-Technik ein beschleunigtes Fachkräfteverfahren für Herrn Ghrab. Denn auch mit der Teil-Anerkennung konnte Herr Ghrab bereits ein Visum erhalten, um die Nachqualifizierung beim IBB zu absolvieren. Die örtliche Ausländerbehörde wickelte das gesamte Verfahren ab. Sie prüfte die Einreisebedingungen und gab der Botschaft in Tunesien eine Vorabzustimmung für die Arbeitsplatzaufnahme von Herrn Ghrab. (Ab dem 01.01.2026 ist ausschließlich die Zentralstelle für das beschleunigte Fachkräfteverfahren für das Verfahren zuständig.)
Im März 2025 konnte Farhat Ghrab nach einem langen Weg endlich nach Deutschland einreisen. | | | | | | | | | | | | Bereits kurz nach seiner Einreise startete Herr Ghrab eine Nachqualifizierung beim IBB und konnte zeitnah seine Arbeit bei der Firma Hilmer GmbH CNC-Technik aufnehmen. Um das Ankommen und die Integration von Herrn Ghrab zu unterstützen, legte sich die Firma Hilmer GmbH CNC-Technik mächtig ins Zeug: Sie übernahm die Kosten für den Flug, stellte ein finanzielles Starterpaket zur Verfügung, unterstützte bei Behördengängen und half bei der Wohnungssuche. Aber auch „die große Motivation von Herrn Ghrab im Arbeitsalltag und in Deutschland anzukommen”, so Frau Hilmer-Börner, trugen zu einem guten Start bei. | | | | | | | | | | | | Fachkräfteeinwanderung kann gelingen, wenn Institutionen und Unterstützungseinheiten ineinandergreifen und alle Akteure zusammenarbeiten. So kann es zur Win-Win-Situation für alle werden, denn „ausländische Fachkräfte können eine große Bereicherung für jedes Unternehmen sein, da sie neue Perspektiven und Erfahrungen ins Team bringen, die sich im besten Fall ergänzen und den Berufsalltag bereichern”, so Janine Bergmann vom IQ Netzwerk. |
Das Foto zeigt Heike Hilmer-Börner, Julia Michaux-Stander, Farhat Ghrab und Janine Bergmann (v.l.n.r.). © IBB Institut für Berufliche Bildung AG
| | | | | | | | | | | | Die Artikel wurden teilweise mit Unterstützung von KI (Chat GPT) verfasst. | | | | |