| | | Liebe Leserinnen und Leser,
in unserem letzten Newsletter in diesem Jahr wollen wir zurückschauen auf drei Jahre IQ Förderphase. Von 2023 bis 2025 waren in Niedersachsen Partner des IQ Netzwerks: Das IBB Institut für Berufliche Bildung AG, die Ingenieurkammer Niedersachsen, die Völker-Schule Osnabrück, die VHS Heidekreis sowie die RKW Nord GmbH. In den Artikeln werfen die Teilvorhabenpartner jeweils einen Blick zurück auf die vergangenen drei Jahre.
Wir bedanken uns bei allen für die großartige Zusammenarbeit! Gemeinsam haben wir Vieles erreicht, einige Hürden genommen und Besonderes geschafft. Wir sind optimistisch, dass es auch ab 2026 weitergeht mit dem IQ Netzwerk, freuen uns auf die kommenden Jahre und wünschen Ihnen aber zunächst viel Spaß beim Lesen dieses Rückblicks!
Ihr Team vom IQ Netzwerk Niedersachsen | | | | |
© Freepik | pch.vector
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Gemeinsam erfolgreich: Virtueller Lerncampus begleitet internationale Fachkräfte
| | | | Die Teilnahme am Qualifizierungsprojekt Virtueller Lerncampus im IQ Netzwerk Niedersachsen war für das IBB auch in den vergangenen drei Jahren eine bereichernde und inspirierende Erfahrung. Von Anfang an standen wir vor der Aufgabe, viele Menschen, die sich über Anerkennungsverfahren informierten, auf ihrem Weg zur passenden Qualifizierung zu begleiten. Wir konnten dabei wichtige Hürden gemeinsam überwinden und so Erfolgsgeschichten verzeichnen.
Auch wenn zu Beginn die Teilnehmendenzahlen zunächst hinter den Erwartungen zurückblieben, zeigte sich schnell, dass Teamgeist und Austausch entscheidend sind: Durch verstärkte Akquise, engere Zusammenarbeit mit Unternehmen sowie mit Beratungsstellen und Partnerprojekten konnten wir die Zielgruppe deutlich besser erreichen. Ein wichtiger Schritt nach vorn war zudem die Erweiterung der Zielgruppe um Menschen mit langjähriger Berufserfahrung – auch ohne formale Nachweise.
Im dritten Jahr schließlich trugen alle Anstrengungen sichtbar Früchte: Die Teilnehmendenzahl hat sich mehr als verdreifacht und wir konnten unsere Zielvorgaben sogar übertreffen. Besonders in Braunschweig feierten wir mit zeitweise über 20 aktiven Teilnehmenden tolle Erfolge. Trotz des primär virtuellen Lernformats ist es uns gelungen, durch Austauschcafés, Veranstaltungen und einen gelungenen Tag der offenen Tür ein echtes Gemeinschaftsgefühl zu schaffen.
Nach insgesamt zehn Jahren im IQ Netzwerk Niedersachsen endet unsere Förderung nun und wir blicken voller Stolz auf diesen gemeinsamen Weg zurück. Vieles ist entstanden: Wertvolle Partnerschaften, stabile Strukturen und vor allem zahlreiche berufliche Perspektiven für Menschen aus aller Welt.
Wir freuen uns darauf, diese Erfolge auch künftig weiterzuführen – gemeinsam, engagiert und mit voller Überzeugung für individuelle und passgenaue Qualifizierungsangebote. |
Das Foto zeigt IBB Teilnehmende beim Tag der offenen Tür in Braunschweig.
© IBB Institut für Berufliche Bildung AG
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TRIPLE I: Erfolgreich Fachkräfte gewinnen – Qualifizierte Ingenieur*innen für Niedersachsen
| | | | Das Teilvorhaben Triple I – Ingenieure integrieren Ingenieure der Ingenieurkammer Niedersachsen blickt stolz auf zahlreiche gemeinsame Erfolge zurück. Triple I unterstützt international ausgebildete Ingenieurinnen und Ingenieure dabei, qualifikationsadäquat im deutschen Arbeitsmarkt anzukommen und begegnet so aktiv dem Fachkräftemangel.
Das Interesse war von Beginn an groß: Die angestrebte Teilnehmendenzahl wurde mit 130 % deutlich übertroffen. Erfolgsgrundlage ist unser dreistufiger Ansatz: Intensive individuelle Beratung, passgenaue Qualifizierung und gezielte Unterstützung beim Berufseinstieg. Besonders erfreulich: Die Nachfrage seitens Unternehmen und Ingenieurbüros nimmt stetig zu. Und die Zahlen sprechen für sich – bereits ein Drittel der Teilnehmenden hat erfolgreich eine qualifikationsadäquate Beschäftigung aufgenommen.
Gleichzeitig zeigt sich: Ein oft zentrales Thema in Unternehmen sind berufssprachliche Anforderungen und begrenzte Kapazitäten für die Einarbeitung. Um dies zu unterstützen, konnte ein bedeutender Meilenstein erreicht werden. Die Teilnehmenden können einen vom BAMF geförderten Berufssprachkurse auf C1-Niveau speziell für Ingenieur*innen und Architekt*innen absolvieren.
Unser Leitsatz ist dabei klar: „Eine gute Einarbeitung lohnt sich.“ Zahlreiche erfolgreiche Einstiege - häufig über Hospitationen oder Praktika - konnten bei vielen Ingenieurbüros, Unternehmen und Gemeinden erreicht werden. Unternehmen, die weitsichtig und offen agieren, gewinnen wertvolle Mitarbeiter*innen. Niedersächsische Kommunen öffnen sich zunehmend für Ingenieurinnen und Ingenieure mit ausländischem Berufsabschluss und intensivieren ihre Bemühungen zur Integration. Unternehmen und Ingenieurbüros profitieren so langfristig von motivierten, qualifizierten Fachkräften.
Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Projektteam und der Anerkennungsstelle der Ingenieurkammer schafft dabei eine echte Win-Win-Situation – für Fachkräfte, Betriebe und den Wirtschaftsstandort Niedersachsen. | | | | | | |
Erfolgreicher Brückenschlag zur Anerkennung: Vorbereitungskurs für Physiotherapeut*innen
| | | | Mit dem Vorbereitungskurs auf die Kenntnisprüfung für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten hat die Osnabrücker Völker-Schule ein innovatives Angebot geschaffen, das Fachkräften mit im Ausland erworbenem Abschluss eine qualifizierte Perspektive auf Berufsanerkennung in Deutschland ermöglicht.
Der Blended-Learning-Kurs vereint theoretische Online-Lehre mit praktischen Präsenzphasen in Osnabrück und bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Kenntnisse gezielt an die deutschen Anforderungen anzupassen. Es wurde ein praxisnahes Qualifizierungsprogramm realisiert, das vielen engagierten „Physios“ mit Migrationsgeschichte den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtert. Besondere Herausforderungen lagen in der Vielfalt der Bildungshintergründe, den sprachlichen Barrieren und der bürokratischen Komplexität des Anerkennungsverfahrens. Das Projektteam um Koordinatorin Lina Kalmer entwickelte daher ein Lernkonzept, das fachliche Inhalte mit gezielter Sprachförderung und individueller Begleitung verband. Besonders positiv verlief die Zusammenarbeit mit physiotherapeutischen Praxen und Einrichtungen. Hier gibt es eine große Bereitschaft, Fachkräfte im Anerkennungsverfahren zu unterstützen. Die Betriebe geben Einblicke in Abläufe sowie Tätigkeit und stellen im Anschluss einen Arbeitsplatz zur Verfügung. Der Kurs etablierte sich als wertvolle Brücke zwischen internationaler Qualifikation und deutscher Berufszulassung. Die Teilnehmenden profitieren nicht nur von der fachlichen Vorbereitung, sondern auch vom interkulturellen Austausch und der Erfahrung, kontinuierlich begleitet zu werden.
Nachdem die Förderung durch das IQ Netzwerk zum Ende des Jahres 2025 ausläuft, stellte die Völker-Schule die Weichen für die Zukunft: Mit der erfolgreichen AZAV-Zertifizierung wird das Angebot dauerhaft fortgeführt. Ende November 2025 startete ein neuer Kurs zur Eignungs- bzw. Kenntnisprüfung und führt das bewährte Konzept in die nächste Phase. | | | | | | |
Im Tandem zum Erfolg – wenn Mentoring mehr wird als Begleitung
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Das Foto zeigt Iryna Yermakova beim Unterricht in einer Berufsbildenden Schule. © privat
| | | Was als kleines Mentoring-Projekt bei der VHS Heidekreis begann, ist in drei Jahren zu einer bewegenden Erfolgsgeschichte geworden: Menschen, die ihre berufliche Zukunft in Deutschland suchten, fanden nicht nur Beratung, sondern echte Verbündete. Unternehmen entdeckten Fachkräfte, die mit Motivation und internationalen Kompetenzen neue Impulse setzen. Und aus Begegnungen sind Beziehungen entstanden, die weit über das Projektende hinausreichen.
Ein Beispiel dafür ist das Tandem von Iryna Yermakova und Timo Albeshausen: Iryna kam als Lehrerin aus der Ukraine in den Heidekreis – hochqualifiziert, aber ohne klare Perspektive. „Ich dachte, ich müsste meinen Beruf hinter mir lassen“, sagt sie heute. Im Projekt erhielt sie nicht nur Unterstützung beim Anerkennungsverfahren. Sie traf auf Timo, der sich sofort bereit erklärte, ihr Mentor zu werden. Er öffnete Türen, gab Orientierung, teilte Erfahrungen und wurde für sie zu einem wichtigen Menschen in einem neuen Land.
Der Weg hat sich gelohnt: Iryna arbeitet inzwischen als Lehrerin an einer Berufsbildenden Schule. Doch die Geschichte endet dort nicht. Heute unterstützt sie selbst ihren Mentor bei dessen ehrenamtlichem Engagement – gemeinsam sammeln sie Spenden für ein onkologisches Krankenhaus in der Ukraine. Aus Hilfe wurde Zusammenarbeit, aus einem Tandem eine Partnerschaft, aus Orientierung echte Zukunft.
Solche Entwicklungen prägen unser Projekt: Mehr Mentees, mehr engagierte Mentor*innen, mehr Unternehmen, die sich öffnen. Aus Hürden wurden Lösungen, aus Einzelwegen ein Netzwerk. Mentoring hat gezeigt, was möglich wird, wenn Menschen füreinander einstehen – beruflich, persönlich, menschlich. | | | | | | |
Qualifizierungsbegleitung unter erschwerten Bedingungen
| | | | In der Einzelfallbezogenen Qualifizierungsbegleitung der RKW Nord GmbH begleiten wir Menschen auf ihrem oft langen Weg zur Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Abschlüsse, damit sie in Niedersachsen arbeiten können und mit ihrem Wissen unsere Betriebe stärken. In den letzten drei Jahren haben wir dabei erlebt, wie motiviert und engagiert diese zukünftigen Fachkräfte sind.
Gleichzeitig stießen sie aber auch immer wieder auf Hürden, z. B. fielen wichtige Unterstützungsangebote, wie B2-Sprachkurse, weg. Viele Fachkräfte wurden außerdem durch den „Jobturbo“ in Tätigkeiten vermittelt , die nicht zu ihrer Qualifikation passten. Wer aber täglich arbeitet, hat kaum Energie, seine eigentliche Anerkennung weiterzuverfolgen. Wir haben gesehen, wie sehr dieser Widerspruch viele Menschen frustriert hat.
Auch Betriebe standen vor neuen Herausforderungen: In Berufen wie Hebamme oder MTL führten veränderte Ausbildungsverordnungen zu so großem Mehraufwand, dass oft keine Kapazitäten mehr blieben, Menschen mit ausländischem Abschluss zu begleiten. Erfolgreiche Vermittlungen waren nur noch selten möglich – obwohl der Bedarf an qualifiziertem Personal enorm ist.
Doch trotz der schwierigen Rahmenbedingungen haben rund 250 Teilnehmende nicht aufgegeben. Sie haben gelernt, Prüfungen bestanden, Praktika absolviert, Rückschläge überwunden und sind mit beeindruckender Geduld ihren Weg zur Anerkennung gegangen.
Die Dankbarkeit der Fachkräfte, die spürbare Entlastung in den Betrieben, die Freude über den gelungenen Berufseinstieg und die vielen persönlichen Erfolgsgeschichten, die wir erleben durften, zeigen uns jeden Tag: Es lohnt sich, dranzubleiben – gemeinsam. | | | | | | |
Beratung zur Fachkräfteeinwanderung
| | | | Die Servicestelle Fachkräfteeinwanderung der RKW Nord GmbH blickt erfolgreich auf mehr als 700 beratene Unternehmen und weitere Arbeitsmarktakteure zurück. Zwei Ereignisse hatten in der Zeit besondere Auswirkungen auf das Thema Fachkräfteeinwanderung.
Als erstes ist hier die ab Ende 2023 schrittweise in Kraft getretene Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG) zu nennen. Zwar ist das neue FEG großzügiger gestaltet und bietet mehr Zuwanderungsmöglichkeiten für Fachkräfte aus Drittstaaten. Die neue Vielfalt stellt Unternehmen jedoch vor eine Mehrzahl von Entscheidungen und damit verbundene Herausforderungen. Diese neue Komplexität wird besonders in unseren Beratungen deutlich. Auf eine erste Beratungsanfrage ergeben sich inzwischen fast immer mehrere Folgeberatungen. Der gestiegene Informationsbedarf zeigt sich auch an den mehr als 180 durchgeführten Veranstaltungen.
Das zweite große Ereignis war die Einführung der Zentralstelle für das beschleunigte Fachkräfteverfahren in Niedersachsen Mitte 2025. Als Partner der Zentralstelle bietet die Servicestelle eine kostenfreie Vorabberatung für Unternehmen an, die Fachkräfte über das beschleunigte Verfahren nach Niedersachsen holen möchten. In der Vorabberatung prüfen wir gemeinsam mit dem Unternehmen, ob die grundsätzlichen Voraussetzungen erfüllt sind und welcher Zuwanderungsweg für die gefundene Fachkraft in Frage kommt. Auch bei einem beschleunigten Fachkräfteverfahren gilt: Je vollständiger die Anträge vorbereitet sind, desto schneller kann das Verfahren von der Zentralstelle bearbeitet werden.
Die letzten Jahre zeigen, dass sich immer mehr Unternehmen für das beschleunigte Fachkräfteverfahren interessieren, da andere Zuwanderungsmöglichkeiten zu aufwendig und langwierig sind. Aus diesem Grund werden Unternehmen durch unser neuentwickeltes online Angebot „Visum, fertig LOS“ explizit über das beschleunigte Verfahren informiert und erhalten einen praxisnahen Einblick in den Ablauf. | | | | | | |
Unser Beitrag zur erfolgreichen Integration
| | | | Die RKW Nord GmbH unterstützte Unternehmen, Verwaltungen und Institutionen bei der Fachkräfteintegration und -bindung. Es ist uns gelungen, hierzu ein breitgefächertes, bedarfsorientiertes Angebot an Beratungen und Veranstaltungen umzusetzen.
Wir haben über 180 Personen individuell beraten – von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern über Personalverantwortliche bis hin zu Multiplikator*innen. In mehr als 170 Trainings, Workshops und Online-Seminaren vermittelten wir praxisnahe Kompetenzen zu Themen wie Willkommenskultur und Abbau von Barrieren, Arbeit in interkulturellen Teams, gelungenem Onboarding oder wertschätzender Kommunikation am Arbeitsplatz. Ziel war es stets, Unternehmen und Einrichtungen dabei zu unterstützen, internationale Mitarbeitende nachhaltig zu integrieren und langfristig zu binden.
Ein besonderer Schwerpunkt lag im Bereich Pflege und Gesundheit. Hier begleiten wir weiterhin zahlreiche Einrichtungen, die angesichts des hohen Fachkräftebedarfs internationale Fachkräfte gewinnen und halten möchten. Ein wichtiges Ergebnis dieser Arbeit war die aktive Mitwirkung an der Etablierung des Rekrutierungsnetzwerks Pflege in Osnabrück – einer regionalen Initiative, die Unternehmen bei der Gewinnung von Pflegekräften unterstützt und den Austausch zwischen Akteuren stärkt.
Unsere erfolgreiche Arbeit wäre ohne die enge Zusammenarbeit mit Kammern, Wirtschaftsförderungen, Berufsschulen, Verwaltungseinrichtungen und Handwerksbetrieben nicht möglich gewesen. Gemeinsam konnten wir dazu beitragen, Strukturen zu schaffen, die Fachkräfteintegration als festen Bestandteil zukunftsfähiger Personalstrategien verankern. |
Das Foto zeigt Mitarbeitende der IHK Hannover, unter anderem aus dem Welcome & Business Center sowie Kolleg*innen von der RKW Nord GmbH bei einem Training. © RKW Nord GmbH
Links: Das Foto zeigt Ursula Flegel von der RKW Nord GmbH bei einem Training.
Rechts: Das Foto zeigt Christin Kavermann von der RKW Nord GmbH bei einem Event der Stadt Hameln. © RKW Nord GmbH
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