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Förderprogramm IQ

Hintergrund und gesellschaftliche Bedeutung

In Deutschland leben rund 24,9 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund (siehe Bundeszentrale für politische Bildung). In Niedersachsen betrifft das rund 23,4% aller Einwohner*innen (IAQ 2022). Unterschiedliche Hürden erschweren diesen Personen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Sie sind etwa doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen wie Menschen ohne Migrationshintergrund. Viele Migrantinnen und Migranten verfügen über Berufsabschlüsse, die in Deutschland nicht anerkannt sind. Gleichzeitig benötigt Deutschland diese Arbeitskräfte aufgrund des Fachkräftemangels.

Der Auftrag des Förderprogramms IQ

Um die Potenziale von Menschen ausländischer Herkunft für den Arbeitsmarkt besser zu nutzen, startete im Jahr 2005 das Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung. Seitdem haben sich Strukturen des Netzwerks, Zielgruppen und konkrete Angebote immer mal wieder geändert, aber der Kern bleibt: Das Programm hat das Ziel, die Arbeitsmarktchancen ausländischer Fachkräfte zu verbessern. Sie sollen häufiger und nachhaltiger in den Berufen arbeiten, die sie erlernt haben. 

IQ möchte zu einer vielfältigen Gesellschaft beitragen und fördert Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und deren Beschäftigte, zu Fragen der Gewinnung, Einstellung, zur Kooperation mit und dem Halten von internationalen Arbeits- und Fachkräften im Betrieb. Seit 2026 werden auch Berufsschulen durch verschiedene Angebote auf Kooperationen mit internationalen Arbeitskräften vorbereitet.

Das Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) administriert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und die Bundesagentur für Arbeit (BA). Das Land Niedersachsen stellt die Ko-Finanzierung zur Verfügung.

 

Das Förderprogramm IQ − Integration durch Qualifizierung zielt mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen ausländischer Herkunft ab. Der ESF Plus ist Europas wichtigstes Instrument zur Förderung von Beschäftigung und sozialer Integration in Europa. Deutschland erhält in der ESF Plus-Förderperiode 2021-2027 rund 6,56 Mrd. Euro. Davon fließen rund 2,22 Mrd. Euro in das ESF Plus-Bundesprogramm und rund 4,34 Mrd. Euro in die ESF Plus-Aktivitäten der Bundesländer.
Weitere Infos zum ESF Plus unter: www.esf.de.

 

Die Struktur des Förderprogramms IQ

Das Förderprogramm IQ wird in allen 16 Bundesländern umgesetzt. Dort gibt es verschiedene Projekte mit unterschiedlichen Angeboten:

  1. Die Beratungsstellen informieren Menschen ausländischer Herkunft zur Anerkennung ihres ausländischen Berufsabschlusses. 
    Die Beratungsstellen der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung werden durch das Förderprogramm IQ finanziert, es handelt sich jedoch um einzelne Teilvorhaben (= Projekte), die aber intensiv mit einander sowie anderen Netzwerkakteuren zusammenarbeiten.
  2. Bei Bedarf können ausländische Fach- und Arbeitskräfte Qualifikationen nachholen, die für die Anerkennung ihres Berufsabschlusses fehlen oder relevant für den Arbeitsmarkteinstieg sind.
    Diese Angebote sind in “Regionalen Integrationsnetzwerken für internationale Arbeitskräfte” (RINIA) zusammengefasst und umfassen i.d.R. mehrere Teilvorhaben in den einzelnen Bundesländern. Sofern es didaktisch sinnvoll und organisatorisch möglich ist, können Interessierte auch überregional an Angeboten und Kursen teilhaben.
  3. Andere Projekte übernehmen eine Servicefunktion für Unternehmen bzw. Berufsschulen. Sie informieren, beraten und sensibilisieren für spezifische Belange von ausländischen Fachkräften.
    Diese Teilvorhaben sind gebündelt in den “Regionalen Integrationsnetzwerken Willkommens- und Anerkennungskultur internationaler Arbeitskräfte” (RINWA)

(mehr zur IQ Struktur in Niedersachsen)

Neben den Regionalen Integrationsnetzwerken gibt es zwei IQ Fachstellen, die bundesweit migrationsspezifische Themen bearbeiten. Sie beraten und begleiten die Projekte fachlich zu den Themen:

Zusätzlich werden in der Förderphase 2026-2029 überregionale Projekte gefördert (sogenannte branchen-, berufs- und qualifikationsübergreifende Aktivierungsprojekte, BBQA), die in Deutschland lebende Communitys von Menschen ausländischer Herkunft und internationale Arbeitskräfte informieren und unterstützen.

Eine Übersicht über die vielfäligen Aufgaben und Angebote des Förderprogramms IQ - Integration durch Qualifizierung bietet die zentrale bundesweite Homepage des Programms.

Sämtliche Angebote des IQ Netzwerks sind dank der Förderung durch den ESF Plus, das BMAS sowie die jeweiligen Ko-Finanziers immer kostenlos.

 

Die Zusammenarbeit des Förderprogramms IQ

Die unterschiedlichen Akteure im Förderprogramm IQ legen Wert auf gewinnbringende Zusammenarbeit, immer mit den Grundgedanken, die nachhaltige und bildungsadäquate Integration von erwachsenen Menschen ausländischer Herkunft in den Arbeitsmarkt zu verbessern. Dazu arbeiten nicht nur die verschiedenen Programmteile (auch über Bundesländer hinweg) zusammen, sondern es wird auch die Expertise langjähriger Kooperationspartner einbezogen.

Zu diesen Partnern von IQ gehören der Verein “Charta der Vielfalt”, der vor allem im Rahmen des Deutschen Diversity Tags eingebunden ist. Anerkennung in Deutschland ist das mehrsprachige Portal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen. Das Projekt arbeitet ebenfalls in enger Kooperation mit dem Förderprogramm IQ, genauso wie Make it in Germany, das Portal der Bundesregierung für Fachkräfte aus dem Ausland. Weiterhin besteht eine intensive Zusammenarbeit mit Faire Integration. Das bundesweite Angebot bietet Ratsuchenden Beratung und nützliche Informationen zum Arbeitsrecht und war bis Ende 2025 Bestandteil des Förderprogramms IQ. 

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